Erstellt am 18. Dezember 2015, 04:58

von Martin Holub

Pfarrhof ist bewohnt. Eine fünfköpfige Familie aus Afghanistan lebt in Kammersdorf und wird von einem Betreuungsteam im Alltag unterstützt.

In der Küche des Pfarrhofes versammelt (v.l.): Roola, Mutter Aziza mit Zahra, Papa Ali mit Fatima, Wolfgang und Ingeborg Lindner vom Betreuungsteam und Pfarrer Augustinus Andre.  |  NOEN, Martin Holub
Im Kammersdorfer Pfarrhof lebt seit kurzer Zeit eine Flüchtlingsfamilie. Die Initiative dafür ging von Pater Augustinus und Mitgliedern des Pfarrgemeinderates aus: „Die Bereitschaft, Flüchtlinge im Pfarrhof aufzunehmen, gibt es schon sehr lange“, erzählt Pater Augustinus.

Nach gründlichen Vorbereitungsarbeiten in der Küche und im leer stehenden Wohnbereich wurde der Pfarrhof von den sieben Mitgliedern des Pfarrgemeinderates in mehreren Arbeitseinsätzen wieder wohnlich gemacht. Dabei stehen die anderen Räume der Pfarre weiterhin voll zur Verfügung. Die Flüchtlingsfamilie wurde von Ingeborg und Wolfgang Lindner, Anna Zausinger und dem Pfarrer aus dem Flüchtlingsnotquartier in St. Gabriel in Maria Enzersdorf abgeholt.

Die junge muslimische Familie stammt aus Afghanistan: Ali (23) und Aziza (19) mit den zweijährigen Zwillingstöchtern Fatima und Zahra. Mitgekommen ist außerdem der 14-jährige Roola, der Bruder von Aziza. Er besucht bereits die Neue Mittelschule in Stronsdorf. Die große Herausforderung für die Flüchtlingsfamilie ist es nun, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Die Familie hat um Asyl angesucht, das Verfahren ist noch am Laufen.

Die Unterbringung ist vorerst auf ein Jahr ausgelegt, die Unterkunft besteht aus einem 67 Quadratmeter großen Bereich mit Wohnräumen, Küche und Bad. Die Pfarre stellt das kostenlos zur Verfügung.

Flüchtlingsfamilie soll selbstständig werden

„Wir haben ein 15-köpfiges Betreuungsteam aus der Großgemeinde, das bei den ersten Schritten hilft und versucht, die junge Asylwerberfamilie zur Selbstständigkeit zu führen“, berichtet Pater Augustinus. In dem Betreuungsteam ist auch jemand, der die Sprache der Flüchtlinge spricht und als Dolmetscher fungiert.

Die Eltern der jungen Familie befinden sich noch im Flüchtlingslager am Schwarzlsee bei Graz. Das Betreuungsteam überlegt nun, ob es Möglichkeiten gibt, diese ebenfalls in der Gemeinde unterzubringen.