Hollabrunn

Erstellt am 20. April 2017, 03:15

„Der Bürgermeister soll einschreiten“. Wolfgang Scharinger stimmt in den Bücherei-Streit ein. Stadtchef verteidigt Vorgehen.

Die Hollabrunner Stadtbücherei ist im sogenannten „Einser-Haus“ in der Fußgängerzone untergebracht.  |  NOEN

In die Kritik, die „sein“ Mandatar Sascha Bauer in den letzten Tagen gegen VP-Bildungsstadträtin Elisabeth Schüttengruber-Holly losgelassen hatte, stimmt vergangene Woche auch Listenführer Wolfgang Scharinger ein. „Wir sind nicht gegen die Bücherei, sondern gegen Püchereien“, hielt der Polit-Veteran fest.

Hintergrund: Sascha Bauer hatte wortgewaltig angeprangert, dass eine von der Stadtbücherei organisierte Lesung nicht im Einser-Haus in der Fußgängerzone stattfand, sondern im Restaurant Riepl. Verantwortlich dafür sei Schüttengruber-Holly. Dass diese mit dem Wirt liiert ist, ergebe eine ziemlich schlechte Optik. Die VP-Stadträtin erklärte, nicht mehr für die Bücherei zuständig zu sein, und fand‘s letztlich schade um die Zeit, die Giftpfeile von Bauer zu kommentieren.

„Er soll Unterlagen auf den Tisch legen, dann können wir darüber reden“Erwin Bernreiter

„Veranstaltungen sollen nicht außerhalb der Fußgängerzone stattfinden. Darum haben wir ja das Einser-Haus – um die Innenstadt zu beleben“, bekräftigt nun Scharinger. Dass Argument, die Lesung verlegt zu haben, um der Bibliothek die Saalmiete von 200 Euro zu ersparen, lässt er nicht gelten. „Das Geld geht von der linken in die rechte Tasche. Sollten die 200 Euro wirklich das größte Problem sein, dann brennt die das nächste Mal die Liste Scharinger!“

Die Optik sei fatal. Schütten-gruber-Holly sei als Kulturstadträtin sehr wohl für die Stadtbücherei zuständig und werde dafür auch entlohnt. Die Jahresabschlüsse der Bücherei seien Scheinmeldungen. „Der Bürgermeister sollte hier bald einschreiten, solange er noch ein Mann der Tat ist“, fordert Scharinger und stellt einen Misstrauensantrag in den Raum.

„Er soll Unterlagen auf den Tisch legen, dann können wir darüber reden“, so VP-Bürgermeister Erwin Bernreiter, der die Vorwürfe als haltlos bezeichnet. Die Lesung im Gasthaus zu veranstalten, sei nicht verwerflich und so etwas sei bereits Usus gewesen, als es die angesprochene Liaison noch nicht gab. „Man muss drüberstehen, wenn andere mit Dreck werfen.“