Erstellt am 18. November 2015, 05:33

von Christoph Reiterer

Politik arbeitet an Trasse von S 3 zu S 5. In spätestens zwei Jahren sollte klar sein, ob und über welche Route es künftig schneller Richtung Westen geht.

Demonstrierten ihre »volle Kraft« in Hollabrunn: Stefan Lang, Richard Hogl, Eva-Maria Himmelbauer, Christian Hartmann, Erwin Bernreiter, Josef Kaltenböck (v.l.). Foto: Hans Gschwindl  |  NOEN, Hans Gschwindl
Mit einer Verteilaktion in der Fußgängerzone machten Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer und Landtagsabgeordneter Richard Hogl gemeinsam mit den Teilbezirksobmännern Erwin Bernreiter (Hollabrunn), Christian Hartmann (Alberndorf), Josef Kaltenböck (Ravelsbach) und Stefan Lang (Retz) vergangene Woche auf die Halbzeitbilanz der ÖVP Niederösterreich aufmerksam.

Im Rahmen eines Pressegesprächs präsentierten die Bezirksfunktionäre, was in den letzten zweieinhalb Jahren erreicht wurde und was sie bis zu den nächsten Landtagswahlen noch vorhaben.

„Sind uns unserer Verantwortung bewusst“

An der Spitze der politischen Arbeit stehe immer eine Vision. Alle, die im Bezirk leben oder sich hier ansiedeln, sollen sich bestmöglich entfalten können, eröffnete Richard Hogl das Pressegespräch und konnte sich einen Seitenhieb zur aktuellen politischen Lage in der Bezirkshauptstadt nicht verkneifen: „Wir sind die Einzigen, die nicht mit sich selbst beschäftigt sind. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.“

In den Gemeinden sei der Bedarf an Kinderbetreuung abgefragt worden. „Wenn sich eine Jungfamilie bei uns ansiedelt, soll sie darüber nicht lange nachdenken müssen“, betont Hogl. Pflichtschulinspektorin Brigitte Ribisch lasse den Bedarf über die Schulen abklären. Bei der Bürgermeisterkonferenz am 4. Dezember soll über ein gebündeltes Angebot für 2016 gesprochen werden.

Während die Spange Retzerland bereits auf Schiene ist und Hogl, was den S 3-Ausbau bis Guntersdorf betrifft, noch immer von einem Baustart im Herbst 2016 überzeugt ist, soll ein weiteres Verkehrsprojekt konkret werden: Die Verbindung der Weinviertler Schnellstraße S 3 über die Horner Bundesstraße B 4 hin zur Stockerauer Schnellstraße S 5 Richtung St. Pölten und Westautobahn.

Wichtig, alle Wagram-Gemeinden zu überzeugen

„Es gibt einen großen Markt im Westen und wir wollen auch Arbeitsplätze zu uns bekommen“, betont Hogl. Erste Gespräche über die Trassenführung habe es bereits gegeben. Klare Vorstellungen gebe es bereits zur Umfahrung Hohenwarth, mit einem Korridor zwischen Fels und Kirchberg zur S 5.

Wichtig sei es, alle Wagram-Gemeinden von dem Projekt zu überzeugen. Insgesamt gehe es um eine gute Anbindung an die Landeshauptstadt für 70.000 Einwohner in der Region. Noch in dieser Arbeitsperiode soll Klarheit über die Trasse herrschen.

Durch 80 aus dem Wirtschafts- und Tourismusfonds geförderte Projekte seien mehr als 600 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert worden, umriss Wirtschaftsbund-Abgeordnete Himmelbauer den wirtschaftlichen Aspekt der VP-Bilanz. Man habe sich erfolgreich um die Weiterführung der Regionalförderung bemüht.

Bilanz: zehn Projekte, 70 Arbeitsplätze, Investitionen von 5,8 Millionen Euro. Sichtbare Ergebnisse sind unter anderem die Themenwege in Hardegg, Hollabrunn, Retzbach und Zellerndorf sowie Tourismus-Projekte in Retz.

„Schlüssel-Infrastruktur“ Breitbandausbau

Weiter forciert werden sollen die „Junges Wohnen“-Projekte, um die Jungen in der Heimat zu halten. „Es geht um einen leistbaren Übergang“, betont Himmelbauer. In Grabern wurde bereits das Fundament gelegt.

Bürgermeister Bernreiter berichtete vom laufenden Alpenland-Projekt im Bereich Seminar und ist sicher, dass die Waldviertler Siedlungsgenossenschaft in Breitenwaida ein geeignetes Grundstück findet. Bürgermeister Hartmann bestätigte laufende Gespräche in Alberndorf. Vizebürgermeister Kaltenböck kündigte Verhandlungen mit der Waldviertler in Ravelsbach an. In Sitzendorfer laufe ebenfalls ein Projekt.

Für die Forcierung des Breitbandausbaus soll es ein Konzept für Leerverrohrungen geben. Landesrätin Petra Bohuslav betonte in einer Aussendung am Wochenende, dass leistungsfähige Daten-Highways die Schlüssel-Infrastruktur des 21. Jahrhunderts und die Basis für Wirtschaft und Betriebe in den Regionen seien.

Die regionale Wirtschaft profitiere bereits von der Errichtung des Glasfasernetzes, da rund 80 Prozent der Investitionen gewerkeweise vergeben wird. In der Pilotregion Thayatal wurden bislang 850.000 Euro veranschlagt. „Damit wurde ein wichtiger regionaler wirtschaftlicher Impuls gesetzt“, so Bohuslav.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten 300 Anschlüsse realisiert werden. Es soll dafür gesorgt werden, dass periphere Standorte keinen Nachteil gegenüber urbanen Gebieten haben. Bis 2030 soll jede Firma und jedes Haus in Niederösterreich einen Zugang zu Glasfaser-Internet haben. Dafür wird rund eine Milliarde Euro investiert.

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