Erstellt am 22. Februar 2016, 09:19

von Christoph Reiterer

Prozess: Obdachloser schüchterte Schüler ein. Für große Aufregung sorgte ein besachwalteter Mann (39) am 28. September des Vorjahres auf der Nordwestbahnstrecke. Er habe sehr verwirrt gewirkt, gelärmt, gegen einen Mülleimer geschlagen und sich lautstark darüber beklagt, dass nur Kinder im Zug seien, bestätigten mehrere Zeugen am Bezirksgericht Hollabrunn.

 |  NOEN, Erwin Wodicka / wodicka@aon.at
Am Hollabrunner Bahnhof habe der Mann, der derzeit obdachlos ist, dann einem Schüler den Weg verstellt, woraufhin mehrere Zeugen zu Hilfe eilten und den 39-Jährigen festhielten, bis die Polizei eintraf.

„Er hat im Zug eine Gefahr dargestellt und nicht zurechnungsfähig gewirkt“, meinte ein 21-jähriger Zeuge. Als er in Hollabrunn dann die Auseinandersetzung bemerkte, habe er helfen wollen.

„Ich habe ihm im Zug gesagt, er soll leise sein“, berichtete jener Schüler, den der Verwirrte am Bahnhof schließlich als Opfer auserkor. Es sei zu einer Rempelei bekommen. Als er festgehalten wurde, sei der Mann ausgerastet und habe ihm mit dem Ellbogen im Gesicht erwischt.

Auch bei Gericht redete der Angeklagte im Beisein seiner Sachwalterin wirres Zeug. Die Verhandlung wurde vertagt. Ein Gutachten soll klären, ob der 39-Jährige zurechnungsfähig ist.