Pulkau

Erstellt am 27. Juni 2016, 09:14

von NÖN Redaktion

Vor 10 Jahren verschwand Julia Kührer. Zehn Jahre ist nun her, dass die damals 16-jährige Julia Kührer am 27. Juni 2006 aus Pulkau verschwand.

Julia Kührers Eltern, Brigitte und Anton Kührer.  |  Archiv

Im Jahr 2011 wurden ihre sterblichen Überreste in einem Erdkeller im nahen Dietmannsdorf gefunden – auf dem Grundstück eines Mannes, der in Pulkau eine Videothek betrieb. Für den Wiener Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz ist der Fall immer noch nicht geklärt. Er bemüht sich nach wie vor um die Verfahrenswiederaufnahme.

Im Herbst 2015 war die Rede von neuen Zeugen

Der beschuldigte Wiener, von vielen nur „DVD-Michi“ gerufen, wurde 2013 wegen Mordes verurteilt. DNA-Spuren auf einem bei der Toten gefundenen, verkohlten Deckenrest hatten im Dezember 2012 zu seiner Festnahme geführt. Er bestritt jeden Zusammenhang. Unbekannte hätten die Tote auf seinem Grundstück abgelegt. Die Todesursache konnte nicht mehr festgestellt werden.

Doch die Geschworenen entschieden im sieben Tage dauernden Prozess, gestützt auf Indizien und Gutachten, auf Mord. Der Wiener wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, die das Oberlandesgericht Wien – nach Berufung durch seinen damaligen Verteidiger Farid Rifaat – ein halbes Jahr später auf 20 Jahre herabsetzte.

Seit geraumer Zeit recherchiert nun Wolfgang Blaschitz für eine angestrebte Wiederaufnahme des Verfahrens. Er wolle einen entsprechenden Antrag „im Lauf des Juli“ stellen, sagt er der APA unter Hinweis auf diverse im Akt aufgetauchte Unterlagen.

Bereits im Herbst 2015 war die Rede von neuen Zeugen zur – allerdings altbekannten – Theorie, wonach der Ex-Freund die 16-Jährige nach deren Drogentod im Keller des Verurteilten abgelegt haben soll. Die Hoffnungen des Anwalts, eine Wiederaufnahme des Verfahrens noch 2015 beantragen zu können, zerstreuten sich jedoch.