Seefeld-Kadolz

Erstellt am 01. Juli 2016, 04:49

von Karin Widhalm

Fahrplan-Änderung: Bus-Verkehr wird reduziert. Omnis brausen an Samstagen weniger durchs Pulkautal, sehr zum Ärger von Bürgermeister Jungmayer. Verkehrsverbund führt geringe Fahrgastzahlen als Grund an.

Georg Jungmayer (Seefeld-Kadolz): „Man schreibt das Pulkautal damit ab.“ Foto: Archiv  |  Archiv

Die Klima- und Energiemodellregion verfolgt das Ziel, den öffentlichen Verkehr zu stärken. Der Verkehrsverbund der Ostregion (VOR) macht für Bürgermeister Georg Jungmayer (Seefeld-Kadolz) diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

„Man schreibt das Pulkautal damit ab“

Bürgermeister Georg Jungmayer

„Die Busse am Samstag werden stark reduziert“, erzählt er. „Es wäre unser Wunsch gewesen, die Anbindung an die Öffis zu stärken“, ist er enttäuscht – und verärgert. „Das ganze Pulkautal ist davon betroffen.“ Er sieht nicht ein, warum gerade eine Grenzregion durch die Finger schauen muss. „Man schreibt das Pulkautal damit ab“, findet Jungmayer. „Wir sind eh überall benachteiligt. Das ist für uns Bürgermeister nicht erfreulich.“

Das geplante zukünftige Bus-Angebot wurde in den letzten Wochen fixiert, gibt der VOR bekannt. Dem ging ein EU-weites Ausschreibungsverfahren voran, außerdem habe man unter anderem in Zusammenarbeit mit Gemeindevertretern versucht, den künftigen Bedarf abzuschätzen.

„An Samstagen verkehren neun Busse pro Richtung, wobei die uns vorliegenden Fahrgastzahlen dieses Angebot nur zum Teil rechtfertigen“, erklärt VOR-Mediensprecher Georg Huemer. „Viele Busse werden von den Fahrgästen nur sehr gering oder gar nicht in Anspruch genommen. Bei einzelnen Kursen sehen wir an Samstagen ein Aufkommen von null Personen.“

„Wochentags bleibt das Angebot gleich“

Der ausgeschriebene Verkehr wird voraussichtlich im Sommer 2017 starten. Die samstäglichen Busse werden reduziert, aber in Hollabrunn und Laa an der Thaya nach wie vor angebunden. „Wochentags bleibt das Angebot gleich.“ Huemer betont, dass der öffentliche Verkehr bedarfsgerecht geplant werde. „Immerhin geht es hier um den Einsatz von Steuergeldern.“

Jungmayer denkt nicht nur an Bürger, sondern auch an Touristen: „Die Jufa-Gäste wollen zum Heldenberg oder in die Laaer Therme.“ Busse würden sehr wohl genutzt werden, zuletzt von 400 Schülern.

„Der öffentliche Linienverkehr kann den touristischen Anforderungen leider nur zu einem geringen Teil gerecht werden, da die zeitliche Nachfrage sehr verschieden ist“, argumentiert Huemer. Anrufsammeltaxis oder Gemeindebusse sind da flexibler. „Das wäre eine intelligentere Lösung, mit Finanzmitteln umzugehen“, findet er.

Die Klima- und Energiemodellregion geht sogar einen Schritt weiter: Sie denkt gerade über E-Carsharing nach. Die Allgemeinheit kann ein Elektrofahrzeug gemeinsam nutzen, die Bestellung könne über Smartphones erfolgen.