Erstellt am 22. April 2016, 04:54

von Karin Widhalm

Radl-Museum startet mit Zusatzraum. Kinderräder, Rennräder und Sonderfabrikate warten schon auf interessierte Besucher. Eröffnung ist am 30. April.

Schon das Tor, das Fritz Hurtl im Museum für Gäste öffnet, ist ein Schmuckstück: Es besteht aus alten Fahrradteilen. Foto: Karin Widhalm  |  NOEN, Karin Widhalm

Das Fahrradmuseum startet mit einer Neuerung in die Saison: Der zusätzliche Ausstellungsraum im Schloss Gatterburg ist für Besucher bereit – und wird am 30. April eröffnet.

Stiegenaufgang als echter Hingucker

4.000 Stunden Eigenleistung erbrachten 13 Mitglieder und Freunde des Fahrradmuseums. Die Umsetzungsphase des Projekts begann im Dezember 2014: Die Mauern wurden abgeschlagen und bis auf eine Wand verputzt. Die mit Drahtbürste bearbeiteten Steine bleiben auf einer Seite schön sichtbar. „Das wäre sonst schade, das gibt etwas her“, so Museumsbetreiber Fritz Hurtl.

Weiters wurden eine Zwischenmauer für ein größeres Büro entfernt und nach einem versuchten Einbruch eine Alarmanlage mit Videoüberwachung installiert. Der Stiegenaufgang hinauf ins Schloss wurde erneuert – und ist ein echter Hingucker.

Die barrierefreie Toilette ist ebenfalls neu. Im Zusatzraum wurde der Fußboden frisch verlegt – eine Spezialität: „Von zehn Besuchern reden sieben über den Fußboden“, lächelt der Museumsbetreiber. 12.000 runde und 12.000 eckige, eher längliche Holzstücke aus Lärche wurden in den Boden geklopft.

„Ich hab’ gar nicht gewusst: Leb’ ich oder
leb’ ich nimma? Das war wie ein
Lotto-Sechser für mich!“
Fritz Hurtl


In der neuen Ausstellung stehen schon Kinderräder, Rennräder und Sonderfabrikate – wie ein Zirkusrad oder ein Pedersen mit dem andersartigen Rahmen. Sonderausstellungen sollen ab 2017 in einem Teil des „alten“ Raumes organisiert werden – immer zu einem bestimmten Schwerpunkt. Hurtl möchte zum Beispiel die Aufmerksamkeit auf Details (wie Sattel oder Schaltung) lenken.

70.000 Euro flossen bisher in den neuen Raum. Ein großzügiger, aber anonym bleibender Spender half dem Museum. „Ich hab’ gar nicht gewusst: Leb’ ich oder leb’ ich nimma?“, war Hurtl über den Betrag sehr überrascht. „Das war wie ein Lotto-Sechser für mich.“

Das Land gewährt außerdem eine Förderung. Der Treppenlift für die Außenstiegen soll noch vor dem 30. April installiert werden: Das möchte Hurtl auf jeden Fall, um barrierefrei in die Saison starten zu können.


Hintergrund

  • Der Verein „‘s Fahrradl im Schloss“ wurde am 12. November 1998 gegründet.

  • Das Museum entstand auf Initiative von Fritz Hurtl aus Retz mit freiwilligen Helfern im Schüttkasten des Schlosses Gatterburg und wurde 1999 mit 60 ausgestellten Fahrrädern eröffnet.

  • Die Ausstellung umfasst die Fahrradgeschichte ab 1820. Das älteste ist ein Laufrad, das jüngste ein Rennrad aus dem Jahr 1985. „Die Palette ist vollständig, aber alles geht trotzdem nicht“, sagt Hurtl.

  • Ob das Museum im Schloss bleibt, war nicht immer gewiss. Hurtl konnte sich durchaus alternative Standorte vorstellen. Vereinsvorstand, Vermieter Matthias Suttner-Gatterburg und Stadtgemeinde einigten sich aber: ‘s Fahrradl bleibt im Schloss.

  • Die Miete wurde erhöht und dafür das Museum von 120 auf 360 Quadratmeter erweitert. Retz hilft mit einem Investitionszuschuss.

  • Die Saison beginnt am 30. April und endet im Oktober. Das Museum ist in diesem Zeitraum täglich von 14 bis 17 Uhr offen.

  • Außerhalb der Saison (November bis April) können die Räder gegen Voranmeldung besichtigt werden. Fritz Hurtl: 0664/6431791.