Retz

Erstellt am 27. Juli 2016, 03:28

von Karin Widhalm

Gemeinderatsbeschluss: HLT übersiedelt in HAK. Die Vereinbarung mit dem Landesschulrat wurde einstimmig angenommen. Debatte über Vorgangsweise folgte.

Helmut Koch (ÖVP): „Der Beschluss stellt sich nicht gegen einen Schulcampus.“  Fotos: Archiv  |  Archiv

Direktorin Birgit Wagner hat mit Wehmut gegenüber der NÖN bestätigt, dass die Handelsakademie in Retz ein „Auslaufmodell“ sei. Die Geburtenrate lasse den Erhalt nicht zu. Die Stadtgemeinde trifft indes eine Vereinbarung mit dem Landesschulrat: Die Tourismusschule soll ins HAK-Gebäude übersiedeln. Der Gemeinderat diskutierte am vorigen Mittwoch das Vorhaben.

Wiklicky verwies auf Grundsatzbeschluss

Die Unterbringung der Höheren Lehranstalt für Tourismus (HLT) werde neu diskutiert, berichtete Bürgermeister Helmut Koch (ÖVP). Die HLT ist derzeit in der früheren Weinbauschule am Seeweg untergebracht. Das HAK-Gebäude, das sich neben der Musik- und Mittelschule am Rupert Rockenbauer-Platz befindet, soll der neue Standort sein.
Nötig ist dazu ein Zubau (etwa für die Lehrküche) auf einer Grünfläche. Das bestehende Haus müsse saniert werden. Kosten: „Zehn bis elf Millionen Euro“, erläuterte Koch.

Gemeinderat Felix Wiklicky (Wir für Retz) verwies auf einen Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2010, wonach ein Schulcampus „mit gemeinsamen Kräften“ entstehen soll. Könne auch der Turnsaal und anderes gemeinsam genutzt werden, fragte er nach. „Das ist angedacht“, bejahte Koch. Der Beschluss stelle sich nicht gegen den Campus und sei eine „Aufwertung des Schulstandortes“.

Forderung nach raschen, kompakten Lösung

Gemeinderätin Laura Filipsky (Die Grünen) betonte die Wichtigkeit, eine „kompakte, umfassende Lösung“ anzustreben. Wiklicky ergänzte, dass eine mögliche Nachnutzung der früheren Weinbauschule angesprochen werden solle.

Walter Fallheier (WfR): „Ich war in die Gespräche nicht involviert, könnte einiges an Erfahrung einbringen.“  |  Archiv

Stadtrat Fallheier (WfR) stand für ein Plädoyer auf: Man solle angesichts der dramatischen Bildungssituation unabhängig von den Parteien rasch handeln „und nicht warten bis zum St. Nimmerleinstag“. Er will als Bildungsbeauftragter mehr involviert werden, forderte viel mehr Engagement in der Sache. „Der Handlungsspielraum liegt bei uns!“

Applaus. Karl Breitenfelder (WfR) schlug vor, ein Bildungsfachkomitee zu bilden. „Selbstverständlich“, hatte Koch nichts dagegen. Der Gemeinderat nahm den Beschluss einstimmig an.

ZITIERT

„Die HAK hatte eine weiße Fahne. Jeder weiß, was das bei der Zentralmatura bedeutet.“
Walter Fallheier (Wir für Retz) hob „das hohe Bildungsniveau“ der Höheren Schule hervor. Er könne sich nicht damit abfinden, dass die Schule geschlossen werden müsse.

„Das Gebäude steht in Retz, wir haben dafür Konzepte zu erstellen.“
Fallheier will nicht, dass sich die Stadt zurücklehnt.

„Wir müssen uns selber bei der Nase nehmen. Unsere Kinder sind in Hollabrunn und nicht in Retz zur Schule gegangen.“
Helmut Koch (ÖVP)

„Man sollte nicht da a bissl was und dort a bissl was dazumachen.“
Laura Filipsky (Die Grünen) will eine sinnvolle, umfassende Lösung.

„Ich bin erreichbar.“
Fallheier will in Bildungsgespräche eingebunden werden.

Tourismusschule

Drei Ausbildungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Höhere Lehranstalt für Tourismus (fünf Jahre)
  • Interkulturelle Hotelfachschule (drei Jahre)
  • Aufbaulehrgang für Tourismus (drei Jahre)