Erstellt am 16. Mai 2017, 11:43

von Karin Widhalm

Viele Farben, ein Bild . Caritas bedankte sich bei ihren Partnern, die jeder für sich ein Symbol für Solidarität mitbrachten – darunter: ein Zauberwürfel.

Das Wir ist größer als das Ich („Wir>Ich“): Der Slogan zog sich durch den Partnerabend im Stadtsaal. Die sechs Caritas-Einrichtungen aus dem Weinviertel dankten ihren Bündnispartnern. NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart leitete die Podiumsdiskussion „Solidarität in Niederösterreich“.

Die Caritas selbst ließ zuerst anklingen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam einer Tätigkeit nachgehen können. Der Chor „Colourful Voices“ der Regionalmusikschule Retz begrüßte mit „Summer Dreaming“ – begleitet von der Trommlergruppe aus der Behinderteneinrichtung in Retz.

Caritas-Regionalleiter Thomas Krottendorfer holte einige Bündnispartner zu sich, darunter Althof-Geschäftsführer Bernd Kleinschuster. Das Hotel vermietet der Caritas Räume für die Werkstätte „Kleiderservice“ und beschäftigt Menschen mit Behinderung.

Krottendorfer fragte jeden Partner, was für ihn persönlich „Wir>Ich“ bedeutet. Renate Kölbl, frühere Pfarrgemeinderätin, brachte zur Veranschaulichung etwa einen Zauberwürfel mit: „Jede Person ist eine Farbe und wenn man den Würfel verdreht, kommt ein buntes, positives Bild heraus. Einer allein würde das Bild nicht ergeben.“

Solidarität: „Nicht die Schwächsten vergessen“

Gebhart fragte am Podium, was Solidarität eigentlich bedeutet. Caritas-Präsident Michael Landau bezog sich auf ein Zitat des früheren Landeshauptmanns Erwin Pröll: „Was gerade in herausfordernden Zeiten entscheidend ist: zusammenstehen und die Schwächsten nicht vergessen.“ Für Landesrätin Barbara Schwarz bedeutet das auch, einen Beitrag zu leisten. „Es kann nicht jeder Mensch dasselbe leisten, aber jeder muss das Seine leisten. Das darf man schon verlangen.“

Landau merkte an, dass diese Chance 16- und 17-jährigen Flüchtlingen verwehrt werde. Sie dürfen keine Schule besuchen und sind beim Lernen auf Freiwillige angewiesen. „Bei der Integration ist Bildung und Sprache ganz entscheidend“, pocht er auf die Schaffung eines rechtlichen Rahmens.

Weihbischof Stephan Turnovszky hat ein anderes Anliegen. „Ich repräsentiere die Nicht-Professionellen, die in ihrer Pfarre verwurzelt sind und wie selbstverständlich ihre Solidarität leben“, erklärte er. Die Tendenz zur Professionalisierung führe allerdings zur Untätigkeit: „So wichtig Professionalität ist, so wichtig ist es, nicht zum Zuschauer zu werden.“

Alle Partner

  • Dechant Clemens Beirer, Retz
  • Direktorin Birgit Wagner,
  • Hotelfachschulen Retz
  • Direktor Bernd Kleinschuster, Hotel Althof Retz
  • Direktor Gerhard Forman,
  • Regionalmusikschule Retz
  • Christa Bussek, Obfrau des Sozialhilfevereins Retz-Pulkautal
  • Bürgermeister Helmut Koch
  • Renate Kölbl, ehemalige Pfarrgemeinderätin in Röschitz
  • Rosi Klepp, Leiterin des Fachausschusses Caritas des Vikariats Nord und neue Pfarrgemeinderätin in Eggendorf am Walde