Retz

Erstellt am 06. Juli 2016, 12:30

von NÖN Redaktion

Hilfe zur Selbsthilfe: Weltladen spendet Brunnen. Frauen legten Garten an, um ihre Familien zu ernähren. Vier Brunnen stellen die Bewässerung zur Trockenzeit sicher.

Die Brunnen in den Gemeinschaftsgärten bieten Existenzgrundlage für 70 Familien. Foto: Entwicklungshilfeklub  |  Entwicklungshilfeklub, Entwicklungshilfeklub

Lange überlegen mussten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Retzer Weltladens nicht, als es darum ging, ein Projekt auszuwählen. Jedes Jahr wird die Hälfte des jährlichen Reinerlöses, den das Geschäft am Hauptplatz erwirtschaftet, gespendet. Die Herzen schlugen sofort für die Idee, einen Gemeinschaftsgarten in Mali zu unterstützen.

75 Frauen können mithilfe des Gartens ihre Kinder ernähren. Das bedeutet: Etwa 400 Menschen wird mit Hilfe zur Selbsthilfe ein Überleben ermöglicht. Dieses Credo ist es, weshalb sich die Retzer Vereinsmitglieder von Beginn an für den Entwicklungshilfeklub als Partner für ihre Projektspenden entschieden haben.

Retzer beeindruckt von den Mitarbeitern

Gründer Gerhard Dorffner legt sehr viel Wert darauf, nicht bloß „Spenden für die Armen zu sammeln, sondern auch zu zeigen, wofür die Mittel eingesetzt werden und das auf einzelne Projekte herunterzubrechen“. Das erklärte er dem Weltladen-Team bei dessen Betriebsausflug nach Wien persönlich.

Die Retzer zeigten sich beeindruckt von den Mitarbeitern, die in zahlreichen ehrenamtlichen Stunden voller Freude für den Klub arbeiten und sogar die Erhaltung der Büroinfrastruktur finanziell unterstützten. Anders als in anderen Organisationen fließen die Projektspenden hier zu 100 Prozent in die Projekte. Die Erhaltung des Apparates wird eigens finanziert.

Die Retzer entschieden sich kurzerhand, 295 Euro direkt an den Klub zu spenden. 2.650 Euro kommen dem Bau zweier Brunnen im Gemeinschaftsgarten in Guetela, einem der acht Dörfer von Sanzana in Mali, zugute.

Zum Projekt

Für Frauen in Sanzana im Südosten von Mali (der Norden ist nach einem Putsch 2012 von islamistischen Gruppen besetzt) ist es tagtäglich ein Problem, ihre Kinder sattzubekommen. Ausgelaugte Böden und Wassermangel in der Trockenzeit gefährden den Obst- und Gemüseanbau.

  • Seit 2008 konnten auch dank des Entwicklungshilfeklubs vier Gemüsegärten angelegt, umzäunt und deren kontinuierliche Bewässerung gesichert werden. Die Brunnen wurden von Fachleuten händisch gegraben und mit speziellen Ziegeln ausgekleidet. Die Frauen zahlen einen kleinen Beitrag, um die langfristige Instandhaltung sicherzustellen.
  • Die Frauen aus Guetela möchten die Erfahrungen des erfolgreichen Projekts übernehmen und ebenfalls einen Gemeinschaftsgarten anlegen. Der Garten umfasst ein Hektar. Die vier Brunnen, die während der Trockenzeit bewässern, kosten 5.300 Euro.
  • Ihnen ist es möglich, ihre Familien zu ernähren und durch den Verkauf der Überschüsse auch ein Einkommen zu erzielen. Die Frauen wenden neue, ökologische Anbaumethoden an. Um auch während der Trockenzeit den Gemeinschaftsgarten im Dorf Guetela bewässern zu können, sollen vier Brunnen errichtet werden.
  • Mit einem Einkauf im Weltladen entscheidet man sich also nicht nur für ein fair gehandeltes Produkt, das den Produzenten ein gerechtes Einkommen sichert, sondern unterstützt zusätzlich Projekte wie den Gemeinschaftsgarten in Mali.