Erstellt am 19. Dezember 2015, 04:03

von Karin Widhalm

Retz: Wortgefecht wegen Tausch auf LED. "Wir für Retz" hinterfragt den Vertrag mit der EVN und will mehrere Angebote einholen. Das sorgte für Diskussion.

Der Energieverbrauch ist bei LED-Lampen niedriger.  |  NOEN, Shutterstock/Pavlo Burdyak

Der Lichtservice-Vertrag sorgte für eine längere Debatte in der Gemeinderatssitzung: Stadtrat Martin Pichelhofer (Die Grünen) präsentierte den Plan, die Straßenbeleuchtung in der Stadt und allen Katastralgemeinden auf LED umstellen zu wollen. Die EVN habe einen dementsprechenden Vorschlag vorgelegt. 1.200 Lichtpunkte seien zu verzeichnen, wobei: „500 sind so alt, dass eine Erneuerung aus wirtschaftlicher Sicht etwas bringen würde.“

„Ich sehe ein, dass wir etwas an den Knebelvertrag mit der EVN gebunden sind“, eröffnete Gemeinderat Karl Breitenfelder (Wir für Retz) seine Wortmeldung. Er schlug vor, bei anderen Ökostromanbietern mit einem möglichen Ausstiegsszenario anzufragen. Vielleicht könne man Änderungen zugunsten der Gemeinde erwirken.

Pichelhofer betonte, dass es sich um einen Grundsatzbeschluss handle. Das schließe einen Vergleich nicht aus. „Es geht vor allem um die Abholung der Förderungen“, erklärte Vizebürgermeister Alfred Kliegl (SPÖ), warum der Beschluss gefällt werden sollte.

„Wenn ich meinen Partner erpresse,
wird das Spiel nicht gut gehen.“

Gemeinderat Roman Langer (ÖVP) hielt die Diskussion für „lächerlich“. Es handle sich um einen bestehenden Vertrag, der nicht geändert werden könne – „ohne dass die Konditionen mies werden“. Denn: „Wenn ich meinen Partner erpresse, wird das Spiel nicht gut gehen.“ Von Erpressung sei nicht die Rede, so Breitenfelder, sondern von Verhandlung. „Verträge sind da, um eingehalten zu werden“, erwiderte Langer. „Die EVN ist sehr, sehr günstig“, betonte Stadtrat Gerold Blei (VP).

Die Wartung als Service komme hinzu, bemerkte Pichelhofer. „Ich verstehe, dass man sich das anschauen will“, führte er weiter aus. Die Aussichten auf Änderungen hielt er aber für „sehr, sehr unwahrscheinlich“. Die Verschwisterung mit der EVN sei eng. „Es gibt Beispiele aus anderen Gemeinden“, wies das Stadtrat Walter Fallheier (Wir für Retz) zurück.

Bürgermeister Helmut Koch (VP) lauschte dem Wortwechsel und rief dann zur Abstimmung auf: Der Beschluss, dass die Beleuchtung mit stromsparenden LED-Lichtern angestrebt werden soll, fiel einstimmig – mit dem Zusatz, „auszuloten, ob’s noch etwas gibt“, so Koch.