Erstellt am 04. November 2015, 16:17

von Karin Widhalm

Retzer Wasser: Leitungen werden durchspült. Erhöhte Bakterienzahl hatte Reinigung erfordert. Bis Redaktionsschluss war unklar, ob Trinkwasser in Retz wieder in Ordnung ist.

Wasserwerk in Retz: Das Rohwasser wird dort aufbereitet, entkeimt, zwischengespeichert und ins Netz gespeist.  |  NOEN, Karin Widhalm

Eine erhöhte Zahl an koloniebildenden Bakterien wurde im Retzer Trinkwasser nachgewiesen. Die Stadtgemeinde ging mit dieser Nachricht sofort an die Öffentlichkeit: Das sorgte für Wirbel. Die Aufregung kann Bürgermeister Helmut Koch nicht nachvollziehen: „Das hat‘s früher schon gegeben und keiner hat etwas gesagt.“

Das Wasser sollte für Babys, Kinder, älteren und kranken Menschen drei Minuten abgekocht werden. „Ich denke mir gar nichts dabei“, hat Koch sein Trinkverhalten nicht geändert. „Unser Wasser wird ständig kontrolliert“, spricht er von monatlichen Überprüfungen.

Chlorierung der Leitungen notwendig

Maßnahmen mussten dennoch gesetzt werden: Eine Chlorierung der Leitungen in den Katastralgemeinden Retz, Altstadt, Obernalb und Unternalb wurde vorgenommen. Das dauert bis zu einer Woche. Eine zweite Kontrolle wird in den kommenden Tagen vorgenommen. Fällt sie positiv aus, gibt die Stadtgemeinde grünes Licht. Die NÖN wird die Leser online auf dem Laufenden halten.

Die EVN reagierte wie die Stadt recht schnell. Das Unternehmen führt dann und wann Wasser den Retzern zu. „Die Leitungen sind sofort überprüft worden“, sagt Sprecher Stefan Zach. Das Ergebnis: Das Leitungsnetz ist in Ordnung. Man vermutet, dass sich in einem der Leitungsstränge, der nach längerer Zeit wieder in Betrieb genommen wurde, abgestandenes Wasser in die Leitungen verbreitet wurde.


Wasser-Daten

Die Wassergewinnung erfolgt mit vier Brunnen: Drei sind im Seeweg, zwei im Sandweg. Es besteht eine Transportleitung der EVN Wasser als zusätzlich Quelle. Die gesamte Leitungslänge beträgt 35.900 Meter.

Die Zahl der koloniebildende Einheiten (KBE) ist eine unspezifische Größe: Je mehr Bakterien im Wasser sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit für krankheitserregende Mikroorganismen.

Spezielle Typen (coliforme Bakterien, Escherichia coli, Enterokokken) wurden gesondert analysiert – und in den untersuchten Proben nicht nachgewiesen.