Erstellt am 15. Oktober 2015, 12:02

von Sandra Frank

S 3-Ausbau: Wo bleibt UVP-Bescheid?. Die Bürgermeister der S 3 kontaktierten Verkehrsminister Alois Stöger. Denn ohne UVP-Bescheid beginnt die Asfinag nicht mit der nötigen Grundablöse.

 |  NOEN, Symbolbild

Der Ausbau der Weinviertler Schnellstraße S 3 von Hollabrunn bis Guntersdorf steht, laut Zeitplan der Asfinag, quasi vor der Tür. In nur einem Jahr, im Herbst 2016, soll mit den Bauarbeiten gestartet werden.

Der UVP-Bescheid, der notwendig ist, damit mit der Grundablöse begonnen werden kann, fehlt jedoch noch. Ausgestellt werden soll dieser im Herbst 2015.

„Theoretisch kann es sein, dass sie umsonst verhandeln“

Das Fehlen veranlasste die Bürgermeister (ÖVP) der betroffenen Gemeinden – Erwin Bernreiter (Hollabrunn), Herbert Leeb (Grabern), Roland Weber (Guntersdorf) und Richard Hogl (Wullersdorf) –, ein Schreiben an Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ).

„Die Zeit drängt, da ja noch die Grundeinlöse zu erfolgen hat“, heißt es in diesem Brief. Selbst unter optimalen Bedingungen würde diese gut ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

Bevor der gültige UVP-Bescheid nicht eingetroffen ist, will die Asfinag nicht mit der Grundablöse beginnen, sagt Richard Hogl. „Theoretisch kann es sein, dass sie umsonst verhandeln“, spricht der Landtagsabgeordnete vom Worst Case, mit dem die Beteiligten, wie er zugibt, aber ohnehin nicht rechnen.

„Wir wollen darauf drängen, dass endlich etwas weiter geht“, erklärt Hogl die Absicht hinter dem Schreiben. „Wenn sich nichts tut, dann müssen wir wieder etwas unternehmen“, spielt er auf die Bürgerinitiativen an, die im vergangen Jahr auf die Straßen gegangen sind. Doch diese wollen laut Sprecher Wilfried Hammer erst einmal zuwarten, bevor sie nächste Aktionen setzen.

„Weiter gehen“ müsse auch deshalb etwas, weil die „B 303 sehr baufällig geworden ist“, beobachtet Hogl die Sanierungsarbeiten. Die Ortsdurchfahrten und somit die Ortsbewohner müssen endlich entlastet werden, wiederholt Hogl die Forderung der Gemeinden.


Warum planen Sie ... ... keine neue Protestaktion?

x  |  NOEN, NÖN
Wilfried Hammer, Sprecher der Bürgerinitiative Guntersdorf

NÖN: In einem Schreiben der S 3-Bürgermeister an Verkehrsminister Stöger bezüglich des Ausbaus der Schnellstraße wird mit neuen Protestmaßnahmen der Bürgerinitiativen gedroht. Warum?
Wilfried Hammer: Das gefällt mir eigentlich nicht, dass hier mit meinem Namen gedroht wird. Wir wollen vorerst nicht auf die Straße gehen, es muss ja anders auch gehen.

Was ist vonseiten der Bürgerinitiativen geplant?
Wir wollen nicht bitten und betteln. Aber wir wollen wissen, wann wir mit einem Bescheid rechnen können. Darum werde ich im Namen der Bürger einen Brief am Minister Stöger verfassen.

Sind Sie mit der Asfinag in Kontakt?
Ja. Aber dort wurde mir gesagt, dass sie derzeit auch nichts machen können, außer auf den Bescheid zu warten. Dieser soll im Herbst ausgestellt werden. Das kann theoretisch auch am 20. Dezember sein. Jetzt ist die Politik am Zug. Wir wollen nur erfahren, wann der Bescheid kommt.


Weinviertler Schnellstraße S 3

  • Die Gesamtlänge des Abschnitts der S 3 Weinviertler Schnellstraße Hollabrunn – Guntersdorf beträgt elf Kilometer

  • Gesamtkosten: etwa 132 Millionen Euro

  • Geplanter Baubeginn: Im zweiten Halbjahr 2016 (durch Einsprüche kann es zu Verzögerungen kommen)

  • Geplante Verkehrsfreigabe: 2019