Erstellt am 19. November 2015, 06:13

von Jutta Hahslinger

Sexhungrige im Netz von Familie abgezockt. Dreist: Mit erotischen Versprechungen im Internet, die nie in Erfüllung gingen, kassierte Familienclan. Sogar der Opa (58) wurde eingespannt.

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Ab dem Sommer 2013 lief in einer Wohnung im Retzer Land der Computer heiß: Arbeitslosigkeit ließ eine 18-Jährige, ihren Lebensgefährten (27) aus Eggenburg, die Schwester (34) und den 58-jährigen Großvater kreativ werden.

Die Sozialleistungen reichten offenbar nicht aus und so suchte man einen lukrativen Nebenerwerb im Internet.

Auch reale Treffen für 100 Euro im Angebot

Das Quartett bot sexuelle Leistungen mit einer nicht existenten Frau an. Den Hauptpart übernahm der 27-jährige Eggenburger. Er legte sich weibliche Tarnidentitäten zu und seine Freundin oder deren Schwester sprangen ein, wenn weibliche Stimmen erforderlich waren.

„Stiegen Leute darauf ein?“, will Richter Rainer Klebermaß wissen. Die verblüffende Antwort: „Mehr als genug. Eine zweistellige Zahl.“

Dann plaudert der 27-Jährige über das Angebot: Neben der virtuellen Konversation für 25 Euro, konnte man auch ein reales Treffen buchen – Preis, natürlich im Voraus zu bezahlen, zwischen 50 und 100 Euro.

Opa: „Für Facebook hob i 14 Tage braucht“

Eingezahlt wurde auf Paysafe-Cards, die wie Kreditkarten benutzt werden können. Eine Karte lief auf den Eggenburger, eine auf den leugnenden Opa.

„I bin nur auf Facebook, und allein dafür hob i schon 14 Tage braucht“, beteuert der Großvater, und dessen Tochter (34) springt ein: „Er hat nichts davon gewusst. Ich habe den Vater dafür registriert.“

Damit kommt der 58-Jährige aus der Schusslinie und geht mit einem Freispruch im Zweifel heim. Für die übrigen Angeklagten sieht es anders aus, ihre Schuld ist für den Richter erwiesen: Die Jüngste in der Betrügerriege kassiert 18 Monate auf Bewährung, deren Gefährte sechszehneinhalb Monate bedingt und die 34-Jährige fasst 18 Monate auf Bewährung aus. Die Urteile sind rechtskräftig.