Erstellt am 15. September 2015, 08:32

von Sandra Frank

Sexualstraftäter rückfällig? Ermittlungen laufen. Freigänger wäre wohl im November aus Haft entlassen worden.

Ein Häftling der Justizanstalt Sonnberg soll auf einem Freigang in einem Wiener Freibad einen Burschen unter Wasser berührt haben. Dies war der erste - mutmaßliche - Rückfall eines Sexualstraftäters während des Vollzugs, mit dem die Anstalt konfrontiert ist. Foto: Archiv/Frank  |  NOEN, Archiv/Frank

„Wir sind die Spezialisten für Sexualstraftäter im normalen Strafvollzug“, erzählt Franz Neuteufel, stellvertretender Leiter der Justizanstalt Sonnberg. Insassen dieser Tätergruppe werden aus ganz Österreich in die Anstalt überstellt.

Seit 15 Jahren werden diese in Sonnberg behandelt und betreut. „Sehr erfolgreich“, wie Neuteufel betont. Derzeit sind 80 Sexualstraftäter in der Anstalt untergebracht, „zu Spitzenzeiten waren es sogar 100“.

Bub in Wiener Bad unter Wasser berührt?

Insassen dieser Tätergruppe werden aus ganz Österreich in die Anstalt überstellt. Seit 15 Jahren werden diese in Sonnberg behandelt und betreut. „Sehr erfolgreich“, wie Neuteufel betont. Derzeit sind 80 Sexualstraftäter in der Anstalt untergebracht, „zu Spitzenzeiten waren es sogar 100“.

Jetzt, nach diesen 15 Jahren, ist die Anstalt erstmals mit einem Rückfall während des Vollzugs konfrontiert. „Der Insasse wird verdächtigt, in einem Wiener Freibad einen Buben unter Wasser berührt zuhaben“, beschreibt Neuteufel den aktuellen Vorfall. Die Tat wurde angezeigt, das Verfahren läuft.

„Bis alles geklärt ist, wird der Betroffene natürlich keine Vollzugslockerung mehr erhalten“, stellt Oberstleutnant klar. „Wir sind in Sonnberg extrem bemüht, dass keine einzige Person eine Vollzugslockerung erhält, die nur ansatzweise negativ auffällt.“

Im November dieses Jahres wäre der Insasse voraussichtlich bedingt entlassen worden, berichtet Neuteufel über den Gefangenen. Die Entscheidung darüber wäre noch in diesem Monat gefallen.

Bei Ausgängen war „alles problemlos verlaufen“

Auf seine Entlassung wurde der Gefangene entsprechend vorbereitet: „Der Betroffene erhielt zehn Tagesausgänge, sechs mehrtägige Ausgänge, Therapieausgänge und Arbeitsfreigänge – das alles ist problemlos verlaufen“, erklärt der stellvertretende Anstaltsleiter, weshalb dem Insassen erlaubt wurde, nach Tirol zu seiner Familie zu fahren.

Zusätzlich war er seit vier Jahren in therapeutischer Behandlung. Außerdem befasst sich ein interdisziplinäres Fachteam mit den Insassen, ob und unter welchen Bedingungen eine Vollzugslockerung gewährt wird.

Eine weitere Hürde, die bei langjährigen Gefangenen – mit einer Haftstrafe von mindestens fünf Jahren – hinzukommt: Der Generaldirektion, früher Vollzugsdirektion, muss das Vorhaben der Vollzugslockerung vorgestellt und begründet werden. „Treten hier Widersprüche auf, reagiert die Direktion sofort“, sagt Neuteufel.

Dies kann von einer Ausdehnung der Therapie, der Verordnung von Alkohol- oder Drogentests bis hin zur erneuten Begutachtung des Gefangenen reichen.

„Unsere Leistung für die Gesellschaft ist es, dass wir maßgeblich dazu beitragen, dass die Menschen besser hinausgehen, als sie zu uns hineinkommen. Kurz, dass sie nicht mehr straffällig werden.“ Dieser einzige Fall in 15 Jahren zeige, dass „wir gute Arbeit im Dienste der Gesellschaft leisten“, betont Neuteufel erneut. „Ich will das aber keinesfalls herunterspielen“, gibt es für den Insassen, der seit 2009 in Haft ist, natürlich Konsequenzen.