Erstellt am 04. Mai 2016, 04:04

von Christoph Reiterer

Skandal-Video: Saftige Geldbuße für Schlachthof-Arbeiter!. Angeklagter, der auf schockierenden Aufnahmen im Schlachthof Gantner zu sehen war, drückte sein Bedauern aus.

Ein Video brachte den Skandal ins Rollen. Foto: Screenshot  |  NOEN, Screenshot
Für Verstörung, Empörung und heftige Proteste sorgten im Dezember des Vorjahres geheime Videoaufnahmen vom Schweinetreiben im Schlachthof Gantner (NÖN.at hatte berichtet, siehe ganz unten).

Mitschnitte davon wurden vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) auf YouTube hochgeladen und zeigten einen Arbeiter, der die Tiere brutal misshandelte. Wegen Tierquälerei musste sich der 42-Jährige aus dem Bezirk Mistelbach nun am Bezirksgericht Hollabrunn verantworten.

Nachgeschult und auch vom Amtstierarzt belehrt

„Es tut mir leid, was ich gemacht habe“, gab der Mann geknickt zu Protokoll. Eine Buchtentrennwand hatte er unkontrolliert abgesenkt, sodass ein Schwein gequetscht wurde. Andere Tiere traktierte er mit einem Stock. Der Angeklagte räumte ein, bereits seit drei Jahren ähnlich vorgegangen zu sein.

Nachdem das Video im Internet aufgetaucht war, sei er nachgeschult und auch vom Amtstierarzt belehrt worden. Nun verwende er nur noch ein sogenanntes Treibbrett oder ein Paddel für seine Arbeit. Das sei tierschonend.

Schlachthof-Chef Johann Gantner betonte im Zeugenstand, dass es für jeden Arbeiter laufende Schulungen durch einen Qualitätsmanager gebe und diese von den Mitarbeitern durch Unterschrift bestätigt werden.

Schließlich könne es nicht im Interesse des Unternehmens sein, durch derartigen Stress der Schweine eine Qualitätsminderung des Fleisches zu bewirken. Eine halbe Million Euro sei im Stallbereich investiert worden, um das schonende Treiben zu optimieren.

„Letzte Verwarnung“, seitdem keine Vorwürfe mehr

Die insgesamt 85 Mitarbeiter können nun durch eigene Kameras im Stall, im Eingangs- sowie im Verladebereich kontrolliert werden. Die Aufnahmen werden vier Wochen lang gespeichert und sind auch für den Tierarzt einsehbar.

Für den beschuldigten Mitarbeiter habe es eine „letzte Verwarnung“ gegeben. Seither seien keine Vorwürfe mehr bekannt. Unter Zeitdruck stehe der Mitarbeiter jedenfalls nicht, so Gantner. Der Vorfall und die ganze Aufregung seien sehr unangenehm gewesen.

Richter Erhard Neubauer verhängte über den bislang unbescholtenen 42-Jährigen eine Geldbuße in Höhe von 2.800 Euro. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.