Retz

Erstellt am 27. Juli 2016, 05:12

von Karin Widhalm

Urlaub daheim: Trend begünstigt Touristik. Man könne aus dem Vollem schöpfen, ist ÖHV-Vize Ipp sicher. Bewährtes müsse in Retz forciert werden

„Der Trend zum wertigen Urlaub in Österreich kommt dem Produkt Althof mit VinoSpa und Winzerzimmern sehr entgegen.“ Alexander Ipp ist zufrieden mit der „sehr gut angelaufenen“ Saison im Retzer Hotel. Foto: Archiv  |  Archiv

Erlebniskeller, Reblaus Express und VinoSpa: Reinhold Griebler, Geschäftsführer der Retzer Land GesmbH, ist zufrieden mit dem verzeichneten Zuspruch der Gäste. Da trifft es sich gut, dass hierzulande gern in der Heimat geurlaubt wird. Alexander Ipp ist sich sicher, dass Niederösterreich dieses Potenzial nutzen kann. Er ist Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) und führt die Ipp Hotels. Zu dieser Gruppe zählt unter anderem der Althof Retz.

Digitalisierung: „Da haben wir sicher noch Luft nach oben“

„46,7 Prozent aller österreichischen Sommer-Urlaubsziele waren im Inland, unglaubliche 3,18 Millionen: Das ist viel Potenzial“, beruft sich Ipp auf die Statistik Austria. Ein Ende des Trends sei nicht in Sicht. Einiges spreche dafür, dass Niederösterreich diesen Umstand voll ausnutzen kann.

Erholungsurlaube (19,6 Prozent) stehen ebenso hoch im Kurs wie Kultur- und Besichtigungsaufenthalte beziehungsweise Städtereisen (16,7 Prozent). „Besser hätten wir es uns nicht wünschen können, denn da ist Niederösterreich richtig gut aufgestellt“, findet der Branchenkenner. Sommerliche Kurztrips im eigenen Land boomen seit zehn Jahren enorm: Sie haben um 48,6 Prozent zugelegt. Da würden sich viele niederösterreichische Destinationen besonders anbieten.

Chancen sieht Ipp noch in der Digitalisierung: 41,5 Prozent der Haupturlaubsreisen und 33 Prozent der Kurztrips wurden im Vorjahr online gebucht – und es werden immer mehr. „Da haben wir sicher noch Luft nach oben“, empfiehlt er, auf dem neuesten Stand zu sein. „Es geht um das Wissen, wo, wann und auf welchen Kanälen ich den Gast optimal erreiche.“

Landesausstellung 2021 hält Ipp für einen „großen Wurf“

Der Trend zum Österreich-Urlaub kommt auch Retz entgegen: Ipp und Griebler berichten davon, dass der erst eröffnete VinoSpa und die neuen Winzerzimmer im Althof gut angenommen werden. Ipp ist sehr zufrieden mit der angelaufenen Saison. „Und diese Strahlkraft geht weit über die Betriebsgrenzen hinaus.“ Der 49-Jährige ergänzt: „Es bleibt zu hoffen, dass der Hang zum Urlaub in Österreich anhält, wenngleich er natürlich zum Teil durch Krisenherde und Unruhen in anderen Regionen unterstützt wird.“

Griebler sieht den VinoSpa als „zusätzliche Speerspitze“ im Retzer Land. „Gerade ein Vier-Sterne-Hotel muss nach einer gewissen Zeit etwas draufsetzen.“ Das sieht der Eigentümer der Ipp Hotels genauso: „Der VinoSpa ist nicht nur eine wichtige Investition für den Althof, an der wir uns als Pächter aus Überzeugung finanziell nicht unerheblich beteiligt haben, sondern für eine ganze Region und Destination.“

Er ist jedoch auch davon überzeugt, dass im Retzer Land alte Stärken forciert werden müssten. Bestehendes wie Weinwoche, Weinlesefest oder Kürbisfest gehöre „neu gedacht“. „Vor allem eine geniale Sache auf derart hohem Kunstniveau wie das Festival Retz muss regional noch viel stärker verwurzelt werden.“ Die ganze Stadt müsse einbezogen und das Festival allerorts mit Stolz spürbar sein.

Ipp hält außerdem die Landesausstellung 2021 für einen „großen Wurf“, nicht nur wegen dem wirtschaftlichen Input für die Kleinregion. „Damit würde sich dem Retzer Land auf einen Schlag Tschechien auch touristisch im größeren Stil eröffnen.“

Und: Virale Kanäle wie Facebook und Co. müssten vertieft bespielt werden. „Hier treffen die Menschen heute ihre Reise-Entscheidungen.“

Tourismus-Details

  • Reinhold Griebler beziffert die Erlebniskeller-Besucherzahlen im ersten Halbjahr mit 13.000. Im Vorjahr seien 11.500 Gäste durch das Kellerlabyrinth gewandert. Zwölf Personen sind zudem interessiert, als Kellerführer aktiv zu werden. Das würde das bestehende Team erheblich verstärken.
  • Der Reblaus Express kommt in Fahrt: Dienststellenleiter Gerhard Soukup konzentriert sich mit dem Erlebniszug zwischen Retz und Drosendorf auf Gruppenreisen und schnürt Packages, die Ausflugsziele oder Feste einbeziehen. 4.927 Fahrgäste nutzten von März bis Juni 2015 den Erlebniszug, heuer sogar 5.993.
  • Gerade wird ein Informationsfilm über den Reblaus Express mitsamt Ausflugszielen und der Landschaft aufgenommen. Er wird voraussichtlich im Oktober ausgestrahlt.