Hollabrunn

Erstellt am 24. August 2016, 05:21

von Sandra Frank

Störsender? „Wir wären dafür“. Gegen unerlaubte Handys Generaldirektion hat zwei Anstalten im Auge, um Handystörsender zu testen. Eine davon ist Sonnberg.

Die Justizanstalt Sonnberg kocht nicht nur täglich für 350 Insassen, sondern jetzt auch etwa 30 Portionen „Essen auf Rädern“. Sandra Frank  |  NOEN

Insassen in einer Justizanstalt dürfen keine Handys besitzen. Trotzdem werden Mobiltelefone ins Gefängnis geschmuggelt. Um Handygespräche von Häftlingen zu verhindern, testete die Generaldirektion für den Strafvollzug einen Störsender in der JA St. Pölten. Das Ergebnis dieses Probebetriebs bezeichnet die Generaldirektion als „gut“.

Jetzt soll ein zweiter Test mit einem Vergleichssystem gestartet werden. Dafür hat die Generaldirektion zwei Anstalten ins Auge gefasst: Graz-Karlau und Sonnberg.

„Ideale Ergänzung, um unsere Kontrollen auszuweiten“

„Der Besitz von Handys ist bei unseren Insassen am Anstaltsgelände verboten. Trotzdem können wir leider nicht gänzlich verhindern, dass welche hineingeschmuggelt werden“, sagt René Zeitlberger, Sprecher der Sonnberger Anstalt. Im Zuge der regelmäßigen, strengen Kontrollen werden zwei bis drei Handys pro Monat bei den Insassen konfiziert.

„Wir wären dafür“, sagt Zeitlberger über eine Installierung eines Störsenders. Denn „es wäre die ideale Ergänzung, um unsere Kontrollen auszuweiten“. Gerade die exponierte Lage des Gefängnisses sei eine optimale Voraussetzung für einen solchen Probebetrieb. „Wir haben keine Anrainer, darum sollte es hier zu keinen Problemen wegen des Störsenders kommen“, meint Zeitlberger.

Noch im Herbst dieses Jahres wird die Generaldirektion entscheiden, in welcher Anstalt der Testbetrieb über die Bühne gehen wird. „Im Frühjahr 2017 soll dann gestartet werden“, berichtet Brigitta Tichy-Martin, Sprecherin des Justizministeriums.