Erstellt am 09. März 2016, 04:14

von Sandra Frank und Christoph Reiterer

SP feierte Hundstorfer: „Habe keinen Plan B“. Hollabrunner Sozialdemokraten sicherten Rudolf Hundstorfer ihre uneingeschränkte Unterstützung zu.

GVV-Vorsitzender Herbert Goldinger (l.) und Bezirkschef Werner Gössl (r.) überreichten Bundespräsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer eine weinviertlerische Stärkung für den bevorstehenden Wahlkampf.  |  NOEN, Sandra Frank

„Ich hab’ Gänsehaut bekommen“, sagte SPÖ-Bezirksvorsitzender Werner Gössl, nachdem Rudolf Hundstorfer seine Rede beendet hatte. Der Kandidat für das höchste Amt im Staat nahm sich vergangenen Sonntag Zeit, seine Genossen in Hollabrunn zu besuchen und um Unterstützung zu bitten. „Diese Wahl kann nur mit eurer Mithilfe gewonnen werden“, appellierte der 64-Jährige.

Der ehemalige Sozialminister gab offen zu: „Ich bin angetreten, um in die Stichwahl zu kommen. Ich habe keinen Plan B. Ich hab’ absichtlich keinen“, könne er im Gegensatz zu den anderen Bundespräsidentschaftskandidaten nicht in seine frühere Funktion zurückkehren.

NÖN.at hatte am Montag kurz berichtet:

„Es darf uns nicht egal sein, wer dieses Land repräsentiert“, sprach Hundstorfer über die Rolle des Bundespräsidenten und seine Motivation, für das Amt zu kandidieren. Populisten würden nur neue Gräben in der Gesellschaft schaffen. „Das will ich nicht“, unterstrich der gebürtige Wiener.

Wenn alles laufe, falle der Bundespräsident nicht so auf, stellte Gössl fest. Hundstorfer habe aber am eigenen Leib verspürt, wie Heinz Fischer gekonnt im Hintergrund agierte: „Ich war auch des Öfteren auf einen Kaffee bei ihm – so nennt man das ...“, erinnerte er sich schmunzelnd. Der Bundespräsident müsse das richtige Gespür haben. Genau deswegen sei es so wichtig, „wer dort sitzt“.

„Wir werden alles dafür tun, dass du keinen Plan B brauchst“, sicherte Gössl seinem Parteigenossen die Unterstützung der Hollabrunner zu.

Auf den frenetischen Applaus, als Hundstorfer den Stadtsaal betrat, folgte ein Video über das Leben des Sohnes eines Arbeiters und einer Hausfrau, der Bürokaufmann lernte; und über sein Wirken als Politiker. „Er hat mit Verstand und Gefühl für die Menschen immer die richtigen Entscheidungen getroffen“, ist Gössl überzeugt vom Kandidaten der SPÖ. „Rudi ist ein Garant für den Erhalt der Demokratie.“

Viele baten danach um ein gemeinsames Foto, auch Gössl: „Ich will unbedingt eines, ich will meinen Enkelkindern einmal sagen können, dass ich dem Bundespräsidenten die Hand geschüttelt habe.“


ZITIERT

„Er befindet sich in Hollabrunn auf gutem Boden. Heinz Fischer war 2004 vor der Wahl auch hier zu Gast. Und wir wissen, wie das ausgegangen ist.“
SP-Bezirksgeschäftsführer Günther Tröger ist guter Dinge.

„Dass ich mit 55 Jahren noch gelernt hab’, eine Bank zu verkaufen, das hätte ich nie geglaubt.“
Rudolf Hundstorfer appellierte an die Bereitschaft, sich fortzubilden.

„Ich hab’ Gallensteine gehabt, sie den Erfolg.“
Hundstorfer erzählte von einer Gewerkschaftskollegin, die seit 35 Jahren sein Wirken begleitet.