Erstellt am 20. November 2015, 11:53

von Christoph Reiterer

SP-Team zählte die Samstag-Frequenz. Kann eine zusätzliche Abendverbindung mit den wegfallenden Samstagzügen gegengerechnet werden?

Zählte mit seinem Team die ÖBB-Passagiere am Samstag: Jakob Raffel. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

Insgesamt 255.000 Euro für eine zusätzliche Abendverbindung von Wien nach Hollabrunn und einen Gegenzug von Retz nach Wien, der allerdings nur in der Tourismus-Saison geführt werden soll. Darüber wird, wie bereits berichtet, aktuell nachgedacht und verhandelt. Doch wie viel würde das die Gemeinden an der Nordwestbahn tatsächlich kosten?

Von elf lohne es sich nur für einen zu kämpfen

Der Hollabrunner SPÖ-Mandatar Jakob Raffel hat Hoffnung, dass die Kosten überschaubar bleiben. Er will bei den ÖBB auf die Samstagverbindungen hinweisen, die nun mit dem neuen Fahrplan aufgrund zu geringer Frequenz eingespart werden sollen. „Das sollte man gleich gegenrechnen, ein idealer Abgleich.“

Ein mit Wullersdorfs ÖVP-Bürgermeister Richard Hogl anberaumter Gesprächstermin für diese Woche findet nach Absage der Gemeinde Hollabrunn nun doch nicht statt.

Zu den Samstagverbindungen führte das Hollabrunner SPÖ-Team um Jakob Raffel am 14. November eine Frequenzzählung durch. Ergebnis: Von den elf Zügen, die dem Sparstift zum Opfer fallen, lohnt es sich nur, um einen zu kämpfen: jenen, der von Retz kommend um 5.39 Uhr in Hollabrunn hält.

„Da sind über 20 Personen in Hollabrunn eingestiegen“, berichtet Raffel. „Andere Verbindungen waren wirklich sehr schwach frequentiert. Wir wollen nicht um Dinge kämpfen, die nicht benötigt werden.“

Verbindungen frühestens Ende 2016 berücksichtigt

Die Zahlen wurden den ÖBB übermittelt. Raffel hofft auf eine Rückmeldung im Laufe der Woche. Klar bleibt: Das ganze Vorhaben für die Abendverbindung hat sich verzögert.

Gelingt es, diese auf Schiene zu bringen, werden die neuen Verbindungen frühestens im Fahrplan Ende 2016 berücksichtigt. Vom Land sei eine Förderung bis zu 40 Prozent zu erwarten.

Erfolgt die Leistungsbestellung direkt über das Land, fällt auch der Umsatzsteuer-Anteil weg, erklärt Raffel und betont, es handle sich um eine gemeindeübergreifende, überparteiliche Aktivität.

Der SPÖ-Gemeinderat will sich jedenfalls dafür einsetzen, dass auch Hollabrunn, das aufgrund seiner Größe den größten finanziellen Brocken zu tragen haben wird, mitzieht. „Wir sollten uns das auf jeden Fall leisten und ein Jahr lang schauen, ob sich das bewährt“, meint Raffel. Auf lange Sicht stünden so die Chancen nicht schlecht, dass die Verbindungen fix im ÖBB-Fahrplan verankert werden.