Erstellt am 17. Dezember 2015, 05:03

von Franz Enzmann

Späte Ehrung für den Widerstandskämpfer Franz Maxera. Der Alberndorfer Keramikkünstler Franz Maxera erhielt in Prag eine sichtbare Auszeichnung für seine Überzeugung.

Ministerin Alena Netolická überreicht dem ehemaligen Dissidenten Maxera das Dekret.  |  NOEN, Enzmann

Bei der Auszeichnungsfeier im Prager Verteidigungsministerium erhielt der Alberndorfer Franz Maxera ein Dekret samt Medaille für seinen Widerstand und Kampf gegen den Kommunismus. Die stellvertretende Ministerin Alena Netolická nahm die Verleihung vor. Hohe kirchliche Würdenträger, Parlamentsabgeordnete und Militärs nahmen an der Feierstunde teil.

Der Künstler Franz Maxera musste bereits im Oktober 1978 die damalige CSSR verlassen. Der Unterzeichner der Charta 77, einer Petition gegen die Menschenrechtsverletzungen des kommunistischen Regimes, verlor seine Staatsbürgerschaft und wurde in Kleinhaugsdorf den österreichischen Behörden übergeben. Er musste sogar sein Auto samt persönlichen Gegenständen zurücklassen. Der staatenlose Widerstandskämpfer verbrachte seine erste Nacht in Österreich auf einer Parkbank im Wiener Prater.

Der damalige Alberndorfer Bürgermeister Friedrich Zottl stellte dem Flüchtling ein altes Haus und ein Darlehen zum Wiederaufbau zur Verfügung. Auch der verstorbene Landeshauptmann Siegfried Ludwig, der wie Maxera das Znaimer Gymnasium besuchte, unterstützte den Keramikkünstler: Er kaufte seine Werke.

Der österreichische Staatsbürger lebt mit seiner Familie nach wie vor in Alberndorf.


Bewegtes Leben

Frantisek Maxera erblickte 1943 in Moravske Budejovice das Licht der Welt. Aufgewachsen ist er am Bahnhof in Vranov: Sein Vater arbeitete dort.

Er absolvierte das Gymnasium in Znaim und ein Kunststudium in Brünn. Nach dem Einmarsch der russischen Truppen 1968 wurde der junge Künstler von der Geheimpolizei als „schleichender Revolutionär“ überwacht. Die Kommunistische Partei (KP) führte Umerziehungsmaßnahmen durch. Maxera widersetzte sich.

Er kam wegen angeblicher Staatsunterminierung 1971 erstmals ins Gefängnis. Mangels Beweisen wurde er freigelassen.

Wenig später wurde er wegen antisozialistischen Verhaltens zu 18 Monaten Haft in Pilsen verurteilt. Nach zwölf Monaten entließ man den Charta 77-Unterzeichner.

1978 erfolgte der Rauswurf aus seinem Heimatstaat. Er verlor seine Staatsbürgerschaft, seine Wohnmöglichkeit und all seine Habseligkeiten.

Eine Prager Historiker-Kommission wählte heuer 42 ehemalige Dissidenten und Regimekritiker aus und lud sie anerkennend zu einer Feierstunde nach Prag ein, darunter auch den Österreicher Franz Maxera.