Erstellt am 17. Februar 2016, 04:44

von Christoph Reiterer

SPÖ: Liste Dechant klar voran. Die Hollabrunner SP-Gemeinderäte Jakob Raffel und Claudia Öller legen nun ihre Ämter zurück.

Wahlsieger: Der neue Vorstand der SPÖ-Stadtorganisation rund um Neo-Obmann Friedrich Dechant (6.v.l.) mit den Ehrenvorsitzenden Helene Strobach und Günter Schieder sowie Landesgeschäftsführer Robert Laimer (5.v.l.), der der Wahl nach den vorangegangenen Turbulenzen ebenso beiwohnte. Foto;: SPÖ  |  NOEN, SPÖ

Nach internen Querelen musste die Stadt-SPÖ einen neuen Weg und aufgrund des Rückzugs von Günter Schieder einen neuen Parteivorsitzenden finden (siehe auch

und unten).

Im Rahmen der Mitgliederversammlung am Valentinstag stellten sich zwei Listen der Wahl. Jene von Friedrich Dechant (30), der nun die Obmannschaft übernimmt, setzte sich mit deutlicher Mehrheit von über 60 Prozent durch.

„Es freut mich, dass sich die Mehrheit der Mitglieder für unser Team entschieden hat“, kommentierte Dechant den Wahlerfolg.

Er wurde unter anderen von jenen Mandataren unterstützt, die im Gemeinderat im Vorjahr den internen Umbruch heraufbeschworen hatten: Stadträtin Elke Stifter und Gemeinderätin Elke Sklenar fungieren nun als Obmann-Stellvertreterinnen. Fraktionssprecher Alexander Eckhardt ist Schriftführer der Stadtparteiorganisation. Gemeinderat Josef Frank gehört dem Beirat an.

„Es ist viel Porzellan zerschlagen worden“

Endgültig hinausgedrängt sind damit die Gemeinderäte Jakob Raffel und Claudia Öller. Sie haben bereits bekannt gegeben, sich mit dem eingeschlagenen Weg nicht identifizieren zu können und deshalb ihre Mandate zurückzulegen.

„Ich stehe für Gemeinde- und Sachpolitik. Wir sind so viele Projekte angegangen. Es tut mir im Herzen weh“, sagte Öller. „Es ist in den letzten Monaten viel Porzellan zerschlagen worden. Halt haben uns in letzter Zeit nur noch Werner Gössl und Günter Schieder im Stadtausschuss gegeben“, erklärte Raffel.

Bezirksvorsitzender Werner Gössl machte kein Hehl daraus, dass er die von Stefan Schnepf angeführte Liste präferiert hätte. Dort war er auch als Vorstandsmitglied vorgesehen. Aber: „Wichtig war, dass alles in geregelten und geordneten Bahnen abgehalten wurde, wie es sich für zivilisierte Leute in einer demokratisch organisierten Partei gehört.“ Er sei froh, dass das Tohuwabohu nun vorüber sei, wenngleich durch den Rücktritt von Raffel und Öller absolute Fachkompetenz für Partei und Gemeinde verloren gehe.

Schieder zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Dechant betont indes, dass man einvernehmlich zum Entschluss gekommen sei, dass jene Liste, die die Mehrheit erhält, von der anderen Liste die volle Unterstützung bekommt. Und er danke seinem Vorgänger Günter Schieder: „Wir haben Seite an Seite viele Jahre in der Partei und im Gemeinderat für die Anliegen der Hollabrunner Bevölkerung gekämpft. Ich wünsche ihm alles Gute.“

Dechant bekräftigt außerdem, dass die Stadtpartei der sozialdemokratischen Fraktion rund um Klubobmann Eckhardt vollste Unterstützung zusichere. „Damit sind die Weichen für die Zukunft gestellt. Das ist der Startschuss für die Gemeinderatswahl 2020. Damit die SPÖ wieder mehr Zuspruch von der Bevölkerung erhält!“ Ziel sei es, die Partei zu vergrößern, betont Eckhardt.

Schieder wurde zum Ehrenvorsitzenden der SPÖ Hollabrunn ernannt. Falsch ist das Gerücht, dass der Zellerndorfer Gemeinderat Patrick Eber neuer SPÖ-Bezirkssekretär und damit Nachfolger des – noch im Amt befindlichen – Günter Tröger wird, wie Gössl erklärt. Richtig sei, dass Eber als Teilzeitbeschäftigter der Landesorganisation die SPÖ-Strukturen im Bezirk Hollabrunn analysieren soll.