Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:17

von Christoph Reiterer

Eckhardt: „Das Ping-Pong-Spiel ist einfach sinnlos“. Man will zurück zur Normalität, das werde aber noch dauern, sagt Alexander Eckhardt. Raffel, Öller als ungebetene Gäste.

 |  NOEN, SPÖ Hollabrunn
„Die Stadtpartei Hollabrunn wird in den nächsten Monaten eine Mitgliederversammlung einberufen, wo alle Unstimmigkeiten geklärt werden“, sagt Alexander Eckhardt.

Er ist Sprecher jener vier SPÖ-Mandatare, die sich in der sechsköpfigen Gemeinderatsfraktion gegen Jakob Raffel und Claudia Öller gestellt haben und deshalb in der jüngsten Stadtparteisitzung mehrheitlich in Ungnade gefallen sind.

Die Situation ist verworren. Und sie wird es auch noch einige Zeit sein, wie Eckhardt einräumt.

Raffel und Öller wurden wieder heimgeschickt

Die Mitgliederversammlung wird es jedenfalls geben müssen, weil der nach Zellerndorf abwandernde Günter Schieder als Stadtparteiobmann abdanken muss. Ein Nachfolgekandidat sei derzeit nicht bekannt.

Kurios auch: Für das Gremium, das sich mit der Bestellung eines Wirtschafts- und Tourismusbeauftragten befasst, hat die SPÖ-Mehrheit nun Elke Stifter und Josef Frank anstelle von Raffel und Öller nominiert.

Letztere tauchten beim letzten Treffen trotzdem auf – und wurden wieder heimgeschickt. „Es gibt einen Gemeinderatsbeschluss, dass von jeder Partei nur zwei Vertreter dabei sind“, erklärt Stadtamtsdirektor Franz Stockinger.

„Es wird so nicht weitergehen. Das Ping-Pong-Spiel ist sinnlos“, verspricht Eckhardt. Nur eine gut aufgestellte und stark verjüngte Führungsriege sei das richtige Signal für die Wähler. „Die SPÖ war in der Vergangenheit nur dann stark, wenn sie geschlossen aufgetreten ist.“

„Spüre Rückenwind für junge Generation“

Es brauche sicher noch einige Wochen, um die sehr schwierige Situation zu entwirren. Der 24-Jährige ist aber zuversichtlich: „Ich spüre Rückenwind.“

„Dass gestritten wird, steht außer Streit“, ist auch Landesgeschäftsführer Robert Laimer in Kontakt mit den Hollabrunner Genossen und weiß: „Es wird sich hier einiges ändern müssen in der Partie. Dafür braucht es vertrauensvolle Gespräche.“ Zu sehr wolle sich die Landespartei aber auch nicht einmischen. Dafür gebe es die Bezirksorganisation. „Wir machen, was notwendig ist. Aber wir sind nicht der Erziehungsberechtigte.“

In Sachen Vertrauensbildung sei es jedoch ein Vorteil, nicht auf einer Seite zu stehen. Bislang seien nicht alle bereit für Gespräche gewesen. Die Signale seien mittlerweile aber positiv. Dass jetzt von Isolierung der vier „Revoluzzer“ gesprochen wird, „ist nicht mein Jargon“.

Eckhardt betont, dass monatelang versucht wurde, den internen Konflikt zu klären. „Wir sind nicht irgendwelche Revoluzzer, denen fad im Kopf war. Es wurden keine Termine zugelassen und wenn, dann wurden wir als blöd hingestellt.“