Erstellt am 15. September 2015, 08:39

von Cornelia Grotte und Sandra Frank

Sportverein steht ohne Zuhause da. Budo-Center Weinviertel erfreut sich über großen Mitgliederzuwachs. Aber genau das wurde dem Verein nun zum Verhängnis.

Das Budocenter Weinviertel hatte ein Auge auf das alte Musikheim als neue Trainingsstätte geworfen, da das Volksheim, wo der Verein jetzt untergebracht ist, zu klein ist. Doch das Objekt wurde verkauft. Foto: Sylvia Stark  |  NOEN, Sylvia Stark

Das Budo-Center Weinviertel ist derzeit im Volksheim untergebracht. Da der Jiu-Jitsu-Verein sich über einen Anstieg der Mitglieder freut, hat er sich bereits vor Monaten auf die Suche nach einer neuen Bleibe gemacht. Das ehemalige Musikerheim stach hier Obmann Patrick Pichler ins Auge.

Nach Zusage „nun mit Verkauf des Objekts konfrontiert“

„Bürgermeister Gartner hat uns bei der Weihnachtsfeier das alte Musikheim als Trainingsstätte angeboten“, berichtet der Vereinsobmann.

Die Freude war natürlich groß, dass das Budo-Center Weinviertel so in Ziersdorf eine neue Bleibe gefunden hätte. Von da an hätten laufend Gespräche mit Hans Gartner stattgefunden, Kostenvoranschläge wurden eingeholt, Finanzierungspläne erstellt und bei der Gemeinde abgegeben.



Jetzt im Herbst hätten die Umbauarbeiten beginnen sollen, war der Verein bereit. „Aber nun sind wir mit dem Verkauf des Objekts konfrontiert“, war Pichler überrascht.

Denn eigentlich sei mit dem Bürgermeister vereinbart gewesen, dass der Verein das Gebäude auf 20 oder 25 Jahre anmiete und den Umbau auf Vereinskosten finanziert.

„Gemeinde unterstützt die eigenen Vereine unzureichend“

Der Verein ist enttäuscht, auch wenn bisher kein Geld für Planungskosten ausgegeben wurde, „haben wir sehr viel Zeit investiert“. Seit Dezember wussten die Mitglieder vom Objekt und hätten sich darum bemüht.

Pichler schätzt die Umbaukosten auf etwa 70.000 Euro, die der Verein hätte aufstellen müssen. „Wir haben der Gemeinde auch einen Finanzierungsplan vorgelegt, wie wir den Umbau finanzieren würden“, war das Budo-Center bereit.

„Leider stellen wir fest, dass die Gemeinde Ziersdorf die eigenen Vereine – zumindest Jiu-Jitsu – unzureichend unterstützt und das, obwohl wir eine top Jugendarbeit leisten und wir österreichweit unter den erfolgreichsten Vereinen liegen“, ist Pichler enttäuscht. Denn das Objekt ist bereits verkauft, wie Bürgermeister Gartner bestätigte.

Hollabrunn oder Großweikersdorf als Optionen?

Ein anderes Gebäude hat sich der Verein bisher nicht angesehen. „Wir haben unsere ganzen Hoffnungen bis zuletzt in das alte Musikheim gesteckt“, sagt Pichler. Doch jetzt müssen sie sich weiter umsehen, das Volksheim ist definitiv zu klein.

„Wir sehen uns mit dem Problem konfrontiert, dass unser Verein jährlich Zuwachs bekommt und unser jetziger Standort einfach zu klein ist um für so viele Schüler die Qualität zu erhalten und zu fördern, die wir als Verein bieten wollen“, so Pichler.

Natürlich hätte sich der Verein gewünscht, sein neues Zuhause wieder in Ziersdorf zu finden. „In der Ortschaft zu übersiedeln wäre am einfachsten gewesen.“ Jetzt muss der Verein seine Fühler ausstrecken, auch in anderen Gemeinden. „Hollabrunn oder Großweikersdorf wären durchaus möglich“, überlegt Pichler.

Das alte Musikheim wäre für den Verein optimal gewesen, trauert Pichler dem Gebäude nach. Doch der Verkauf ging bereits über die Bühne. Der Verein bot zwar mit, doch er sei von einem anderen Anbieter um 15.000 Euro überboten worden.

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