Erstellt am 24. Februar 2016, 04:59

von Christoph Reiterer

Stadtrat Schneider: „Sehe kein Unverhältnis“. Kritiker picken sich nur Brocken heraus, verweist VP-Schneider auf gutes Gesamtpaket.

Der Waldsportplatz ist sicher noch bis Juni 2017 als Sportstätte in Betrieb. Fotos: zVg, NÖN  |  NOEN, zVg, NÖN

Die Vereinbarung zwischen der Stadtgemeinde und dem ATSV Hollabrunn nach der Aufkündigung der Pacht am Waldsportplatz sorgt weiter für Gesprächsstoff.

„Der Vorvertrag erregt Aufsehen unter den anderen Vereinen“, sagt FPÖ-Bezirksobmann Christian Lausch (Foto unten). „Der ATSV wird hier mit Geld erschlagen, für die anderen Sportvereine ist kein Geld da“, so die Kritik.

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Klar ist indes, dass der Waldsportplatz noch bis 30. Juni 2017 als Sportstätte genutzt werden kann.

Lausch wirft Bürgermeister Erwin Bernreiter und Finanzstadtrat Kornelius Schneider (beide VP) vor, sich am Waldsportplatz ein Denkmal setzen zu wollen, während für die Nachmittagsbetreuung der Hollabrunner Schüler kein Geld da sei. 350.000 Euro verschlinge der Neubau eines Klubhauses im Stadion in der Aumühlgasse.

Der ATSV leiste sehr gute Jugendarbeit, die er auch nicht schmälern möchte, so Lausch, aber: „Wir haben auch noch andere Vereine, die gute Jugendarbeit leisten.“

Kornelius Schneider, der die Verhandlungen führte, spricht hingegen von einer langfristigen Investition für das Stadionareal. „Komischerweise reden jetzt diejenigen, die man das ganze Jahr nicht am Sportplatz sieht“, gibt der Finanzstadtrat die Kritik zurück.

Es sei in dieser Sache nur um den Sport gegangen und es könne für den Sport nur von Vorteil sein, wenn im Stadion die Kräfte gebündelt werden. „Wir haben versucht, ein Paket zu schnüren, sodass das Publikum wieder gerne hingeht.“

In der Vereinbarung ist auch von einer strukturellen Bereinigung der beiden Fußballvereine ATSV und FK Blau-Weiß die Rede. Nach außen soll mittelfristig nur noch ein spielführender Verein auftreten. Der Name sei intern zu klären.

Nicht zu vergessen sei, so Schneider, dass der Fußballverein auch ein monatliches Benützungsentgelt zu bezahlen hat – vergleichbar mit der Pacht, der UHC Hollabrunn fürs Sportcafé entrichtet.

Sollte sich der ATSV bei der Errichtung des Klubhauses nicht einbringen können, erhöht sich der Betrag. „Ich sehe das Unverhältnis nicht gegeben“, betont der Finanzstadtrat.

Zudem sei mit Einnahmen aus der Verwertung des Waldsportplatzes zu rechnen. Angedacht sei eine Parzellierung für Einfamilienhäuser. Es könne keine Rede davon sein, dass sich hier jemand ein Denkmal errichten möchte.

Abschieds- und Jubiläumsfeier soll ermöglicht werden

„Man muss immer das Ganze sehen und nicht Brocken herauspicken und hinhauen“, sagt Schneider in Richtung Lausch. Wenn es um Ideen gehe, sei die Opposition immer sehr ruhig. Er sei jedenfalls stolz darauf, so Schneider, dass hier eine gemeinsame Lösung zusammengebracht wurde.

Der Finanzstadtrat erklärte im NÖN-Gespräch außerdem, dass der Waldsportplatz dem Verein nun noch bis 30. Juni 2017 zur Verfügung steht, also länger, als zunächst geplant. Dafür wird es einen eigenen Vertrag geben. So soll man mit den Bauarbeiten in der Aumühlgasse nicht unter Zeitdruck geraten und soll es dem ATSV auch ermöglicht werden, nächstes Jahr noch eine Abschieds- und Jubiläumsfeier zu zelebrieren.

Lausch bezweifelt indes, dass ein Wohnprojekt am Waldrand im Sinne der Anrainer sei und mokiert sich, dass der Vertrag mit den Vereinen im Gemeinderat nur noch durchgewunken werden soll.