Erstellt am 12. Oktober 2015, 10:21

von Sandra Frank

Süße Trauben schmecken auch den Staren. Der Zenit der Lese ist bereits überschritten. Die Zuckergrade des Leseguts seien im heurigen Jahr „überdurchschnittlich hoch“, wie Bauernkammerobmann Fritz Schechtner bestätigt.

 |  NOEN, Roland Schlager (APA)
Nur noch vereinzelt wurden noch Trauben stehen gelassen. „Für Spezialitäten“, sagt Schechtner. Doch die Trauben eignen sich nicht nur für eine süße Beerenauslese. Zum Leidwesen der Winzer bevorzugen Stare die süßen Früchte ebenfalls.

„Die Vögel sind heuer ein Problem“, gingen in der Bauernkammer schon einige Beschwerden von Winzern ein. Denn die Stare dürfen in Niederösterreich nicht vergrämt werden, wie es in der Fachsprache heißt. Um seine Weinreben vor den Starren zu schützen, müssen die Winzer Netze spannen.

Tiere zu verscheuchen ist schwierig

„Die Stare in Schwärmen geradezu über die Trauben her und pecken sie bis aufs Gerippe ab.“ Die Tiere zu verscheuchen sei schwierig. „Die merken sich wo, die Trauben hängen. Hat man sie an einem Tag vertrieben, kommen sie am nächsten wieder.“ Auch die Gesetzeslage verbiete es, die Vögel zu vergrämen. Wer die Stare von seinen Weingärten mit Signalschüssen fernhalten möchte, braucht eine Sondergenehmigung. „Diese wird aber nicht an einzelne Betriebe erteilt, sondern an Regionen“, weiß Schechtner. Im Burgenland werde mit den Starren lockerer umgegangen. „Da kracht‘s dauernd“, schmunzelt Schechtner.

Weinbauern, die Probleme mit Staren haben, können sich an die Bauernkammer wenden. Der Weinbauberater gibt Tipps und leitet die Beschwerde weiter. „Heuer gab es schon mehr Beschwerden, weil es sich ja anbietet, die Trauben noch stehen zu lassen“, beobachtete der Bauernkammerobmann.

Wie der Jahrgang 2015 werden wird, das lesen Sie in der nächsten Printausgabe der Hollabrunner NÖN.