Erstellt am 15. Oktober 2015, 05:52

von Sandra Frank

Talente-Check: Was mein Kind kann. Das Beratungsgespräch zum Talente-Check wird noch viel zu wenig in Anspruch genommen, sagen Experten.

Brechen eine Lanze für den Begabungskompass (v.l.): Jugendgemeinderätin Tanja Winter, Karl und Alexander Riepl, Nicole Rausch, Barbara Kern, Doris Graf und Julius Gelles. Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank

Im Alter von 14 Jahren müssen sich Jugendliche entschieden, welchen weiteren Bildungsweg sie einschlagen möchten. Die Weichen fürs Berufsleben werden gestellt. Um ihnen diese Entscheidung zu erleichtern, gibt es den Begabungskompass, kurz BEKO.

„Die Eltern müssen nur einen Anruf tätigen
und sich einen Termin ausmachen.“
Psychologin Nicole Rausch appelliert,
die angebotenen Beratungsgespräche in
Anspruch zu nehmen.

Der BEKO besteht aus drei Teilen: dem Talente-Check, den Potenzialanalysen und dem persönlichen Beratungsgespräch, welches ein Psychologe mit den Eltern und dem betroffenen Jugendlichen führt. „Diese Beratung wird leider viel zu wenig wahrgenommen“, weiß Karl Riepl, dass leider viel zu wenige Eltern dieses Beratungsgespräch in Anspruch nehmen. Das soll sich ändern.

Riepl spricht dabei nicht nur als Mitglied der Wirtschaftskammer – der BEKO wird von der NÖ Landesakademie und der Wirtschaftskammer NÖ angeboten – sondern auch als Vater. Sein Sohn Alexander fand auf diesem Weg die richtige Ausbildung. Er besucht die Bundesfachschule für Flugtechnik in Langenlebarn.

„Ich hab‘ gewusst, dass ich etwas in Richtung Mechaniker machen möchte“, erzählt der Jugendliche. Beim Beratungsgespräch sei diese Richtung bestätigt und die Fachschule in Langenlebarn vorgeschlagen worden. „Das ist genau das Richtige“, ist Alexander Riepl glücklich mit seiner Wahl.

Die Kinder von Barbara Kern und Doris Graf fanden mithilfe des Begabungskompasses ebenfalls die richtige Schule. „Ich war sehr erstaunt, was bei der Potenzialanalyse herausgekommen ist“, sagt Kern.

Empfehlungen werden ausgesprochen

Die Mütter betonen, dass das Beratungsgespräch für Eltern und Kinder sehr wichtig sei. So werden sie in ihren Stärken bestätigt. Und: „Viele der Möglichkeiten kannten wir gar nicht“, war Kern begeistert von den konkreten Angeboten der Ausbildungswelt.

Eine der Psychologinnen, die ein solches Beratungsgespräch an der Schule des jeweiligen Schülers führt, ist die Hollabrunnerin Nicole Rausch. Auch sie wünscht sich mehr Interesse. „Die Eltern müssen nur einen Anruf tätigen und sich einen Termin ausmachen.“

Die Testergebnisse werden genau erklärt und Empfehlungen ausgesprochen. „Wir beraten immer im Sinne der Jugendlichen“, betont Rausch. Außerdem werden auch Alternativen zu „Plan A“ besprochen.

„Das Package ist kostenlos und höchst professionell. Was man mit dem Ergebnis macht, bleibt jedem selbst überlassen“, appelliert auch Julius Gelles, Leiter der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle, sich die Zeit für die eigenen Kinder zu nehmen.

„Auch wenn man schon ganz klare Vorstellungen hat, sollte man das Beratungsgespräch trotzdem unbedingt in Anspruch nehmen“, betont Rausch. Denn so erfahren Eltern aus einem anderen Blickwinkel, wo die Begabungen ihres Kindes liegen.