Erstellt am 28. April 2016, 04:04

von Barbara Witzany

Tote Greifvögel: „Probleme mit Wilderei“. Tierkadaver wurden in unmittelbarer Nähe von Vogelfallen entdeckt. Die Untersuchung am Forschungsinstitut für Wildtierkunde ergab: Todesursache war Schrot.

Die getöteten Rohrweihen in Niederschleinz. Foto: privat  |  NOEN, privat

Eigentlich hätte es nur ein Rundgang in der Natur im Grenzgebiet von Niederschleinz und Sitzendorf werden sollen. Aber das Auffinden unterschiedlicher Fallen und einiger toter Vögel ließ einen Spaziergänger aktiv werden, denn Greifvögel seien – laut Jagdrecht – ganzjährig geschont.

Es wurde die Polizei verständigt sowie die zuständigen Stellen der örtlichen Jägerei und des Jagdverbandes informiert.

Auch 2015 fand Gemeinde eine Krähenfalle

Drei tote Rohrweihen und ein Mäusebussard wurden in Niederschleinz sowie ein toter Mäusebussard in Sitzendorf sichergestellt. Die Kadaver wurden zur Untersuchung an die Universität der Veterinärmedizin ins Forschungsinstitut für Wildtierkunde weitergeleitet. In der vergangenen Woche kam das Ergebnis. Die Tiere wurden durch Schrotkugeln getötet.

Die Fallen selbst sind von unterschiedlicher Bauart. Es handelt sich um zwei Vogelfallen und zwei Kastenfallen. In einer der Kastenfallen war ein frischer Köder zu finden. Diese Art von Falle wird eingesetzt, um Marder und Füchse zu fangen, und muss oben horizontal abgedeckt werden. Diese Abdeckung soll verhindern, dass Greifvögel sich am Gitter verletzen können. Sie fehlte bei dieser Kastenfalle.

Schon im vergangenen Jahr wurde in der Gemeinde eine Krähenfalle gefunden. Das Einsetzen der Fallen ist in bestimmten Zeiträumen erlaubt. Die entsprechende Verordnung hierfür gibt die Bezirkshauptmannschaft heraus. Im vergangenen Jahr waren die Krähenfallen von 1. April bis 30. Juni verboten.

Bezirkshauptmann Stefan Grusch erklärte am Montag, kurz vor Redaktionsschluss, den Akt noch nicht bekommen zu haben. Sitzendorfs Bürgermeister Martin Reiter hat von dem Vorfall gehört, aber noch keine Ergebnisse der Untersuchungen erhalten. „Wir haben in der Region Probleme mit Wilderei. Immer wieder werden Schüsse gehört, aber es gibt keine offizielle Jagd“, ärgert sich der Gemeindechef.

Alarmiert von diesen Vorfällen ging der Entdecker der toten Vögel und Fallen am vergangenen Sonntag an der Grenze der Gemeinde Sitzendorf auf Suche – und fand in Röschitz einen toten Raufußbussard.