Erstellt am 11. November 2015, 12:28

von Karin Widhalm

Trinkwasser-Warnruf zu zögernd?. Der Informationspflicht hätte man beim Trinkwasser besser nachkommen können, meint „Wir für Retz“. Pichelhofer nimmt Stellung.

Der Bakterien-Grenzwert im Trinkwasser war überschritten. Babys, Kinder und ältere Menschen sollten lieber Mineralwasser trinken.  |  Franz Enzmann

Wir für Retz erörterte das Thema Trinkwasser beim Bürgergespräch im Schlossgasthaus (Seiten 32 & 33 der dieswöchigen Hollabrunner NÖN) – und kritisierte den Informationsfluss. Stadtrat Walter Fallheier (Wir für Retz) beanstandete, dass er von der Problematik durch Zufall erfahren habe.

„Da hat man schon darüber gemunkelt“

Martin Pichelhofer (Die Grünen), Vorsitzender des Ausschusses für Wasserversorgung, berichtete dagegen von einer schnellen Reaktion der Stadt.

Diese verschickte ein Mail an die Gemeinderäte, zugleich wurde die Nachricht im Internet und im Amtshaus-Foyer veröffentlicht – am selben Nachmittag, als die Untersuchungsanstalt die erhöhte Anzahl an koloniebildenden Bakterien bekannt gab. Sollte Fallheier „durch einen Zufall früher als die anderen Gemeinderatsmitglieder davon erfahren haben, dann war er früher informiert als ich“, so Pichelhofer.

Michael Mazelle (Wir für Retz) würde die Informationspolitik für Bürger verbessern. Die Veröffentlichung der Nachricht im Internet schließt nämlich jene aus, die keinen Zugang haben. Die Handzettel kamen zum Teil „zu spät, da hat man schon darüber gemunkelt.“

Aushang in Geschäften, Wagen mit Lautsprecherdurchsage und Notruftelefon wären seine Vorschläge. Das wurde im Schlossgasthaus mit zustimmendem Gemurmel im Publikum quittiert. Auf der anderen Seite schrieb ein Bürger auf einem der dafür vorgesehenen Kärtchen, dass die Bekanntgabe ausreichend gewesen sei.

„Krisenmanagement war völlig in Ordnung“

„Die vorgeschlagenen Maßnahmen hätten diesbezüglich wohl auch kein schnelleres Ergebnis erzielt“, so Pichelhofer. „Das Notruftelefon war eingerichtet“, fügt er hinzu. „Ich bin der Meinung, dass das Krisenmanagement der Stadtverwaltung völlig in Ordnung war.“

Fallheier hätte es gern gesehen, dass der gesamte Wasserausschuss bei der Problemlösung beteiligt wird. „Was ich bedaure, ist, dass man nicht mehrere Ausschussmitglieder einbezieht.“ Pichelhofer weist darauf hin, dass der Ausschuss ein beratendes Gremium im Hinblick auf Stadtratsbeschlüsse ist. Fallheier hätte „im Stadtamt oder bei mir jederzeit für ihn offene Fragen ansprechen können.“

Und: „Das Thema wird im Rahmen der normalen Tätigkeit des Ausschusses sicher nachbesprochen, so wie zum Wasserthema ja auch bisher berichtet und diskutiert wurde.“