Erstellt am 03. Februar 2016, 03:48

von Karin Widhalm

Umstritten: Preis für Wasser wird höher. ÖVP, SPÖ und die Grünen erläuterten die Gründe. „Wir für Retz“ will trotzdem alle Möglichkeiten geprüft wissen.

Der Normalbetrieb des Wasserwerks soll finanziell ausgeglichen laufen. Foto: Shutterstock/Andrea Ravasio  |  NOEN, Shutterstock/Andrea Ravasio

Diskussionsstoff boten im Gemeinderat die Wassergebühren: „Wir für Retz“ war gegen eine Erhöhung. ÖVP, SPÖ und die Grünen stimmten dafür. Der Preis pro Kubikmeter betrug bislang 2,10 Euro, künftig sollen 2,20 Euro bezahlt werden.

Ohne Erhöhung Erklärungsnot beim Land

„Als Finanzreferent würde ich ersuchen, unbedingt dieser Erhöhung zuzustimmen“, bat Gerold Blei (ÖVP). Retz würde andernfalls beim Land NÖ in Erklärungsnot geraten. Man habe den Mittelweg gewählt: „Wir haben’s durchgerechnet, eigentlich müssten wir auf 2,40 Euro gehen.“

Blei erteilte das Wort Martin Pichelhofer (Die Grünen). Der Stadtrat betonte, dass mit der Erhöhung die Kosten des Normalbetriebs abgedeckt werden sollen. Das habe nichts mit dem erhöhten Uran-Wert und der Keimbelastung, die im Herbst auftrat, zu tun.

„Es ist notwendig, auch wenn es sehr schmerzlich ist“, versicherte SP-Vizebürgermeister Alfred Kliegl.

Verwunderung über Zeitpunkt 2017

Die Steigerung wird erst ab 2017 schlagend – ein Punkt, der bei „Wir für Retz“ für Verwunderung sorgte. Gemeinderat Karl Breitenfelder wollte die Entscheidung hinausschieben, um möglicherweise andere Lösungen zu finden. „Wir hätten Zeit.“

Andere Gemeinden würden auch weniger verlangen. Diese „haben nicht so einen Aufwand wie Retz“, konterte VP-Bürgermeister Helmut Koch. „Wir produzieren unser Wasser selbst und haben andere Voraussetzungen.“

Breitenfelder wollte eines abwarten: Retz überlegt, ob nicht ein weiterer Brunnen gebohrt werden soll – in der Hoffnung, Wasser mit niedrigen Uran-Werten zu finden. Das wäre hilfreich: EVN-Wasser müsste dann nicht zugekauft werden. Dieses wird mit dem Rohwasser vermischt, um die Uran-Grenzwerte erreichen zu können.

Der Preis solle erst nach der Bohrung bestimmt werden, fand Breitenfelder. Für Blei griff er zu weit nach vor: „Du lebst in der Zukunft“, meinte der Finanzstadtrat. „Wir müssen jetzt schon anpassen.“ Breitenfelder: „Wir hätten die Möglichkeit, eine andere Entscheidung zu treffen.“

„Wir haben keine andere Möglichkeit“

Das sah Pichelhofer anders: „Nach meiner Auffassung haben wir keine andere Möglichkeit.“ Der Normalbetrieb müsse finanziert werden können; nur so könne man mit Sonderbelastungen umgehen. Es sei gegenüber den Bürgern nur fair zu sagen, dass sie erst in einem Jahr mehr bezahlen müssen.

Breitenfelder war dennoch dafür, dass man erst „alles aufarbeiten“ sollte. Der Öffentlichkeit solle gezeigt werden, „dass man alles unternommen hat“. „Wir hätten schon im Herbst die Entscheidung treffen sollen. Jetzt diskutieren wir wieder. Das heißt nicht, dass wir nichts getan haben“, betonte Koch.