Erstellt am 16. April 2016, 05:54

von NÖN Redaktion

Verbesserter Schutz für Kröte und Co.. Straßenmeisterei Ravelsbach und Freiwillige engagieren sich beim Artenschutz.

Beim permanenten Amphibienschutz in Ziersdorf: Vizebürgermeister Hermann Fischer (l.) und der Limberger Landtagsabgeordnete und aktive Artenschützer Walter Naderer. Foto: Sylvia Stark  |  NOEN, Sylvia Stark
Mit den Regentagen der vergangenen Woche fand die diesjährige Wandersaison der Amphibien zu ihren Laichgewässern ihren Abschluss.

Seit Anfang März sind neben den beiden dominierenden Arten Erdkröte und Springfrosch, vereinzelt auch Wechselkröten, Teichmolche und auch grellgrüne Laubfrösche anzutreffen.

Wertvoller Indikator für Wasserqualität

Den Lebensraum Wasser nutzen all diese Arten praktisch ausschließlich zur Fortpflanzung. Badeteiche sind während der Badesaison frei von Amphibien.

Für die Wasserqualität sind Amphibien aber nicht nur ein sehr wertvoller Indikator, da sie nur biologisch geeignetes Wasser für die Aufzucht ihrer Nachkommen akzeptieren, damit wiederum den Bestand von Insekten wie Gelsen regulieren, da deren Brut ein wesentlicher Nahrungsbestandteil von Kaulquappen darstellt.

Dem Engagement der Straßenmeisterei Ravelsbach und einigen freiwilligen Helfern ist es zu verdanken, dass die Straßenquerungen der Wanderstrecken zu den bedeutendsten Laichgewässern unserer Region weitestgehend gesichert und auch täglich betreut werden.

„Wenn auch in den letzten Jahren weniger Tiere überfahren wurden, so sind die Bestände wegen klimatischer Einflüsse und auch des fortschreitenden Lebensraumverlusts praktisch permanent rückläufig“, beschreibt der Limberger Landtagsabgeordnete und aktive Artenschützer Walter Naderer die Situation.

„Für große Teile der Bevölkerung ist es mangels Kenntnis der Bedeutung von Amphibien im Ökosystem leider unverständlich, warum permanent Anstrengungen unternommen werden Frösche, Kröten und Molche zu schützen!“, bedauert Naturfreund Naderer, der eigenhändig die Wanderstrecke Ziersdorf und auch jene in Frauendorf betreut.

Tägliche Betreuung der Sicherungsmaßnahmen

Die beiden anderen Schutzanlagen bei der Biogasanlage Groß Meiseldorf und im Wald oberhalb von Eggendorf werden vom Ehepaar Elfriede und Franz Xaver Mayer aus Pfaffstetten mit großem Eifer betreut.

Schon seit Jahren gibt es eine Kooperation des NÖ-Naturschutzbundes mit der Straßenbauabteilung des Landes NÖ für eine hohe Zahl von Wanderrouten im nördlichen NÖ Sicherungsmaßnahmen zu setzen und diese dann teilweise durch ehrenamtliche Helfer oder durch Mitarbeiter der Straßenmeistereien täglich betreuen zu lassen. Dies ist bei der häufigsten Sicherungsform mit Absperrungen und Sammelkübeln auch notwendig.

Dort wo es der Niveauunterschied zulässt, werden in den letzten Jahren vermehrt permanente Leiteinrichtung installiert, über die die Tiere zu Rohrquerungen geleitet werden. Diese nehmen aber nicht alle an, weshalb auch hier fast täglich Nachschau und Hilfsaktivitäten notwendig sind.

„Von ihnen bekommt man keine Warzen!“

„Wenn es auch für Teile der Bevölkerung unverständlich klingen mag, so bin ich doch für jede technische Maßnahme dankbar, die die Situation für die Amphibien verbessert und den Betreuern die Arbeit erleichtert!“, freut sich Naderer.

„Gerade im westlichen Weinviertel hätten wir eine Artenvielfalt, die es zu erhalten gilt. Deshalb ist auch eine Diskussion über die Kosten solcher Maßnahmen Teil von Bewusstseinsbildung!“, sind sich Naderer und Ziersdorfs Vize Hermann Fischer einig, als sie die Leiteinrichtung außerhalb von Ziersdorf begutachten.

Bei dieser Gelegenheit räumte Naderer auch gleich mit einem sehr verbreiteten Schauermärchen auf: „Von heimischen Kröten oder Fröschen bekommt man keine Warzen!“

„Niemand bekommt vom Berühren von Fröschen und Kröten Warzen an den Händen. In mehr als 15 Jahren dieser Tätigkeit kann ich mich an keine Auffälligkeit auf meiner Haut erinnern, obwohl ich sicher tausende Kontakte ohne Handschuhe hatte“, erklärt der Limberger.