Erstellt am 18. November 2015, 05:18

von Christoph Reiterer

Verkauf von Lagerhaus-Areal ist jetzt durch. Keiner wollte mehr mit Mitterhauser & Co. reden. Der seit Juli unterschriftsreife Kaufvertrag wurde am Montag unterzeichnet.

Es ist vollbracht: Der Kaufvertrag für das Lagerhausareal in Breitenwaida wurde am Montag unterzeichnet. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN/Enzmann
Am Montag war es soweit. Der Kaufvertrag für das Lagerhaus-Grundstück in Breitenwaida, dessen Verkauf so viele Diskussionen und sogar eine Klage ausgelöst hat ( ), ist nun unterzeichnet. Der Pucher Landwirt und Ex-Stadtrat Martin Mitterhauser, der mit einem Partner als Bestbieter hervorgegangen war, wollte aus steuerlichen Gründen nicht länger zuwarten.

Zur Erinnerung: Die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft „Waldviertel“ (WAV) wollte im Rahmen der Sonderaktion der NÖ Wohnbauförderung „Junges Wohnen“ am Lagerhaus-Areal in Breitenwaida errichten.

Im Frühjahr seien diesbezügliche Grundstücksverhandlungen in Kooperation mit der Stadtgemeinde Hollabrunn geführt worden. Den Zuschlag bekam jedoch das Angebot von Mitterhauser & Co.

„Wir waren kooperativ, mehr kann ich nicht mehr tun“

Mitterhauser trat als Stadtrat zurück, weil ihm vorgeworfen wurde, Insiderwissen ausgenutzt zu haben. Der Bürgermeister verhängte eine Bausperre für das Gelände. Ein Verfahren gegen Mitterhauser wurde eingestellt, weil sich der Verdacht nicht erhärtet habe. Der WAV wurde von den Bestbietern ein Ersatzgrundstück angeboten. Seitdem herrschte Funkstelle.

Seit Juli wurde die Unterzeichnung des Kaufvertrages immer wieder hinausgeschoben, auf eine Rückmeldung der Bau- und Siedlungsgenossenschaft oder des Bürgermeisters gewartet, ob es nun Interesse an einem Teil des erworbenen Areals gebe. „Es kommt auf die Gemeinde an – wegen der Widmung. Wenn kein Interesse da ist, sollen sie es sagen“, verlor Mitterhauser langsam die Geduld.

„Wir haben uns großzügig gezeigt. Das Lagerhaus hat sich großzügig gezeigt. Wir waren sehr kooperativ. Aber mehr kann ich nicht mehr tun. Irgendwann muss es zu einer Entscheidung kommen“, betonte der Landwirt und war sicher: „Es geht gegen meine Person und nicht um die Sache.“ Dabei sollten doch alle Sieger sein.

„In enger Kooperation mit der Stadtgemeinde
werden Alternativstandorte gesucht und untersucht.“
Manfred Damberger, WAV-Direktor

Stadtchef Erwin Bernreiter erklärte indes, dass man sich bereits um andere geeignete Grundstücke in Breitenwaida umsehe. Und auch WAV-Direktor Manfred Damberger betonte nun auf NÖN-Anfrage, dass eine Kooperation mit den neuen Besitzern gar keine Option war – „da weder eine Weitergabe des Projektes noch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dazu gegeben waren“.

In enger Kooperation mit der Stadtgemeinde Hollabrunn – Bürgermeister Bernreiter setze sich enorm für ein Projekt in Form von „Junges Wohnen“ in Breitenwaida ein – werden zurzeit Alternativstandorte gesucht und untersucht, „in der Hoffnung, möglichst bald ein Ergebnis erzielen zu können“.

Was jetzt mit dem 9.000 m2 großen Areal passiert? „Wir sind für alles offen. Auf uns kann keiner böse sein“, sagt Mitterhauser. Lagerhaus-Obmann Johann Rohringer ist es ein Anliegen, dass der Altbestand möglichst rasch abgerissen wird. „Dort wird nichts mehr gewartet und immerhin steht noch unser Name drauf.“

Mehr zum Thema: