Erstellt am 02. Dezember 2015, 04:23

von Sandra Frank

Verkehrsplaner Rosinak: „Es fehlt nicht an Ideen“. Planer wundert sich, dass Potenzial des Rübenplatzes bislang keine Beachtung fand. Bahnstraße soll Begegnungszone, Znaimerstraße verschönert werden.

Verkehrsplaner Werner Rosinak will die Bahnstraße zu einer Begegnungs- zone mit Flaniermeile machen. Diese Idee stößt bei den Stadtvätern auf Zustimmung und soll bald umgesetzt werden. Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank

Die Fußgängerfrequenz ist sehr zufriedenstellend, die Zahl der Kfz-Fahrer ist durchschnittlich, im Radverkehr kann noch einiges gemacht werden. Hier liegt der Anteil bei nur fünf Prozent. Zum Vergleich: In Stockerau sind es 16 Prozent. „Das ist aber auch der Topografie geschuldet“, sagt Verkehrsplaner Werner Rosinak.

Erstaunlich, dass nur einseitig weitergebaut werde

Das Verkehrskonzept für die Stadt Hollabrunn wurde am Freitag im Rathaus präsentiert. Ein großes Anliegen der Hollabrunner, die wieder zum Mitreden eingeladen waren: Der Radsektor müsse unbedingt ausgebaut werden. „Hier kann man einiges machen“, rät Rosinak, E-Bikes zu fördern.

„Hollabrunn ist eher durchschnittlich“, so ein Fazit des Experten. Aber: „Eines hat mich schon gewundert. Dass das Potenzial hier noch nicht gesehen wurde“, spricht er den Rübenplatz direkt neben dem Bahnhof an.

Es sei erstaunlich, dass eine Stadt nur einseitig weitergebaut werde. Der Grund in so zentraler Lage sei sehr wertvoll und bestens geeignet für Wohnungen oder Büros. Der Verkehrsplaner weiß, dass es nicht einfach ist, den Rübenplatz zu verlegen, sagt aber: „Das darf man nicht aus den Augen verlieren.“

Ein Projekt, das bei den Stadtvätern auf einhellige Zustimmung stößt, ist die Bahnstraße. Diese soll zu einer Begegnungszone werden. „Begegnungszone heißt alles, fahren und parken“, erklärt Rosinak, der sich vorstellen kann, dass aus der Bahnstraße auf einer Seite eine Flaniermeile wird.

Dass die Fußgängerzone zu einer Begegnungszone werden könnte, steht ebenfalls im Raum. Rosinak rät aber davon ab, die Sparkassegasse wieder für den Verkehr freizugeben. „Eine Fußgängerzone rückzuführen muss man sich gut überlegen.“

„Znaimerstraße hat was Ostblockmäßiges“

Eine weitere Baustelle sei die Znaimerstraße mit ihrem speziellen Querschnitt. An den breiteren Stellen kann sich der Experte Baumreihen vorstellen, um das Erscheinungsbild zu verbessern.

„Die Znaimerstraße hat etwas Ostblockmäßiges“, sagt eine Besucherin. „Uns Hollabrunnern fällt das ja gar nicht mehr auf.“ Es sei gut, externe Planer zu holen, denen Derartiges sofort ins Auge sticht. Und: „Es fehlt nicht an Ideen, es fehlt an Handlungen.“

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