Erstellt am 23. Februar 2016, 11:35

von Franz Enzmann

Verleihungsfeier: Infiziert mit dem „Kellergassen-Virus“. Sie setzen sich aktiv für alte Kulturgüter ein: die neuen Stadelmeister und Kellergassenführer. „Köllamaunn“ wurde ernannt.

Richard Ebl, Richard Hogl und Michael Staribacher (v.l.) gratulierten Ortschef Christian Hartmann ( 2.v.r.) zum Kellergassenführer.  |  NOEN, Franz Enzmann

Nach wie vor werden gern Ausbildungen zum Stadelmeister und Kellergassenführer absolviert. Beim Genussheurigen Gass fand am vorigen Mittwoch die Abschlussveranstaltung mit Urkundenverleihung der „Agrar Plus“-Akademie statt.

Kellergassenführer-Vereinsobmann Joachim Maly schilderte seine Eindrücke vom ersten Kellergassenkongress in Poysdorf und freute sich über weitere Mitstreiter im Verein. Ulrike Hagen vom Weinkomitee Weinviertel betonte die enge Verbindung von Kellergassen und dem Weinviertel DAC – unverwechselbare Attribute der Region.

Die Stadelmeister absolvierten vierstündige Seminare in unterschiedlichen Stadeln und Schüttkästen. Sie haben neben den sechs Modulen eine Abschlussarbeit über drei Stadeln verfasst und dürfen sich jetzt „Meister“ nennen.

Richard Edl vom Museumsdorf Niedersulz war es, der gemeinsam mit Johannes Rieder aus Poysdorf und Michael Staribacher von der „Agrar Plus“-Akademie diese Ausbildung konzipierte. Der nächste Lehrgang findet im heurigen Frühjahr statt.

Agrar-Plus-Projektentwickler Michael Staribacher appellierte an die Erhaltung von sogenannten „nutzlosen Gebäuden“, wie Stadel oder Presshäuser. „Wenn wir Stadel erhalten und Leben in die Kellergassen bringen wollen, dann müssen wir etwas machen und die Menschen mit dem „Kellergassen-Virus“ infizieren“.

Vor der feierlichen Verleihung ging Landtagsabgeordneter Richard Hogl in seiner Rede auf die Wertschätzung der Kulturgüter ein, deren Überleben eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft sei. Er erzählte von seinen Kindheitserlebnissen im Weinkeller, wo er mit seinem Großvater die schwere Arbeit des Weinbauern kennenlernte.

Friedl Umschaid ist der „Köllamaunn 2016“

Bei der Urkundenübergabe an die 13 neuen Kellergassenführer betonte Staribacher: Insgesamt mehr als 500 Absolventen seien bereits zu Botschaftern „für unser wertvolles Kulturgut der Kellergassen“ ausgebildet worden. Anschließend überreichte Schriftsteller Alfred Komarek seinem Nachfolger Friedl Umschaid aus Herrnbaumgarten die Holzskulptur für den „Köllamaunn 2016“.

Der umtriebige Umschaid wurde für seine Verdienste rund um die Kellergassen damit ausgezeichnet. Er lockt mit seinem „Fest unter der Erde“ und durch den „Erdball“ alljährlich im Jänner unzählige Gäste in sein Kellerlabyrinth.


Die Absolventen

Sie absolvierten die Ausbildung zum Kellergassenführer in mehreren Modulen:

Martin Beyer (Zellerndorf)

Isabella Bremstaller (Aschach an der Donau)

Nikolaos Chatzioannidis (Wien)

Hubert Fürnkranz (Mailberg)

Thomas Gruber (Mailberg)

Christian Hartmann (Alberndorf)

Eva Kreiner (Hollabrunn)

Johann Krimmel (Immendorf)

Georg Leeb(Schöngrabern)

Margot Pfeifer (Hollabrunn)

Petra Thürr (Immendorf)

Rudolfine Thürr (Immendorf)

Brigitte Woditschka (Poysdorf)

Die Stadelführer weisen auf die Bedeutung der funktionslosen Stadel hin:

Herbert Gössl (Wien)

Konstanze Ladner (Wien)

Friedrich Petzina (Oberschoderlee)

Norbert Spenling (Hollabrunn)

Lisl Tradnik (Wullersdorf)

Die einzige Stadel-Liebhaberin ist:

Rudolfine Thürr (Immendorf)

Die Auszeichnung „Köllamaunn 2016“ ging heuer an:

Friedl Umschaid (Herrnbaumgarten)

Die bisherigen Köllamaunn-Preisträger waren:

Helmut Leierer (2012)

Johannes Rieder (2013)

Christian Kalch (2014)

Alfred Komarek (2015)