Erstellt am 22. Juni 2016, 03:35

von Christoph Reiterer

Wäschedieb bereitet Sorge. Wer im Schmidatal seine Wäsche im Freien aufhängt, geht seit einigen Jahren ein gewisses Risiko ein. Der Übeltäter kassierte nun eine erste Vorstrafe und Richter-Schelte.

Zeuginnen bestätigten, dass sie ihre Wäsche nicht mehr draußen aufhängen ... Symbolfoto: Enzmann  |  NOEN, Enzmann

Bereits im Jahr 2007 gab es die ersten derartigen Vorfälle, nun musste sich ein 31-Jähriger am Bezirksgericht Hollabrunn erneut dafür verantworten, Wäscheständer abzuräumen und bevorzugt Damenunterwäsche mitgehen zu lassen. War er bei seiner ersten Vorladung noch mit einer Diversion davongekommen, so setzte es diesmal eine Verurteilung.

„Wenn ich getrunken habe, werde ich sentimental“

Der Angeklagte war sofort geständig, im Juni und Juli 2015 sowie im März 2016 insgesamt 40 Wäschestücke aus frei zugänglichen Gärten in Maissau entwendet zu haben. „Wenn ich getrunken habe, werde ich sentimental und dann kommt so was raus“, versuchte der 31-Jährige, eine Erklärung zu liefern. Die Schäden habe er mittlerweile gutgemacht.

Das reichte Richter Erhard Neubauer freilich nicht. „Seit 2007 verschwindet Damenunterwäsche! Wie soll das mit Ihnen weitergehen? Sentimental? Das habe ich überhaupt noch nie gehört. Wie kann ich glauben, dass das nicht mehr passiert?“, las er dem schmächtigen und introvertiert wirkenden Mann die Leviten.

Unterwäsche von Bub (7) entwendet: „Neigung?“

Am nächsten Tag habe er die Wäsche immer in den Altkleidercontainer geworfen, erklärte der 31-Jährige. Fotos belegen allerdings, dass einmal auch Unterhosen mit einem Stecken am Gartenzaun aufgehängt wurden. „Ich weiß eh, dass das ein Blödsinn war“, murmelte der Angeklagte.

Zwei Zeuginnen gaben an, dass immer noch Wäschestücke fehlen – nicht nur Damenunterwäsche, auch Jeans, Shirts und Socken. Eine Mutter macht sich Sorgen um ihren 7-jährigen Sohn, von dem auch Unterwäsche gestohlen wurde. „Gibt es da eine Neigung?“

Der Richter wunderte sich, dass die Diebstähle zum Teil sogar untertags verübt worden waren, verhängte über den nur teilzeitbeschäftigten Angeklagten eine Geldbuße in Höhe von 550 Euro und mahnte: „Wenn Sie glauben, das geht so weiter, werden Sie irgendwann im Gefängnis landen.“ Der 31-Jährige nahm das Urteil an.