Alberndorf im Pulkautal , Mailberg , Seefeld-Kadolz

Erstellt am 31. Januar 2018, 04:45

von Franz Enzmann

FP-Vize jubelt, SP im Pulkautal geohrfeigt. Alberndorf wurde zur FPÖ-Hochburg. SPÖ-Bürgermeister sehen Fernbleiben der Zweitwohnsitzer als Grund der Niederlage.

ManfredBaumgartner sieht sich in seiner Arbeit als Vizebürgermeister bestätigt.  |  Enzmann

In Alberndorf, der Gemeinde von FPÖ-Vizebürgermeister Manfred Baumgartner, feierten die Freiheitlichen mit nicht weniger als 10,62 Prozent ihren größten Stimmenzuwachs. Gewurmt hat den Listenzweiten allerdings die Wahlbeteiligung, die mit 63,16 Prozent noch niedriger war als vor fünf Jahren.

 |  NOEN

„Wenn gewisse Medien kurz vor der Wahl eine Sudelkampagne gegen die FPÖ starten, dann sind die Bürger politikverdrossen und bleiben der Wahl fern“, meint Baumgartner.

Das Ergebnis in seiner Pulkautaler Heimat freut ihn naturgemäß trotzdem: „Rund ein Drittel der FPÖ-Stimmen in der kleinen Europagemeinde sind meine Vorzugsstimmen“, führt er dies auf seine positive Arbeit als Vizebürgermeister zurück.

Fernbleiben der Wiener Zweitwohnsitzer als Faktor

Völlig konträr war das Ergebnis für die beiden SPÖ-Bürgermeister im Pulkautal: In Seefeld-Kadolz rasselten die Roten auf 40,30 Prozent und liegen damit hinter der ÖVP, die sie 2013 noch um mehr als zehn Prozent abgehängt hatten. Gemeindechef Georg Jungmayer glaubt, dass das nicht zuletzt auf das Fernbleiben der Wiener Zweitwohnsitzer zurückzuführen ist. Seefeld-Kadolz wies mit 62,14 Prozent auch die niedrigste Wahlbeteiligung auf.

Georg Jungmayer und Herbert Goldinger gingen die Zweitwohnsitzer ab. Fotos: SP, Enzmann  |  SP, Enzmann/Collage NÖN

Dazu komme, dass der Bekanntheitsgrad von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner höher sei als jener von SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl. Und schlussendlich habe die massive Werbekampagne der ÖVP auch in Seefeld-Kadolz ihren Niederschlag bei den Wählerstimmen gefunden. Das sei anzuerkennen, sagt Jungmayer: „Als Bürgermeister gratuliere ich der Landeshauptfrau zu ihrem Wahlsieg.“

Auch der Mailberger Bürgermeister Herbert Goldinger musste die ÖVP in seiner Gemeinde an der SPÖ vorbeiziehen lassen und ortet eine niedrige Wahlbeteiligung als Mitgrund dafür. In Mailberg sank diese sogar um mehr als elf Prozent auf 68,85 Prozent.

„Im Wahlsprengel zwei, wo sehr viele Zweitwohnsitzer ihre Häuser haben, kamen nur 63 Prozent ins Wahllokal“, weiß Goldinger. „Diese Stimmen fehlen der SPÖ, dadurch konnte die ÖVP diesmal den ersten Platz erreichen“, resümiert der Bürgermeister. „Wir werden das Wahlergebnis noch genau analysieren.“

Empfindliche Verluste mussten die Sozialdemokraten auch in den Pulkautal-Gemeinden Pernersdorf und Haugsdorf hinnehmen.

Hier geht's zur Landtagswahl 2018 auf NÖN.at: Live-Ticker, alle Ergebnisse, Reaktionen, Analysen und vieles mehr!