Erstellt am 07. Juni 2016, 11:16

von NÖN Redaktion

„Wasserbotschafter“ fordert ein zeitgemäßes Konzept. Starkregenereignisse oder anhaltende Trockenheit bereiten auch im Bezirk Hollabrunn regelmäßig Kopfzerbrechen.

 |  NOEN, privat
„Wassermanagement ist Sicherheitsmanagement“, sagt Walter Naderer, parteiloser Landtagsabgeordneter aus Limberg, Gemeinde Maissau. Als erster NÖ Wasserbotschafter des „DV – Donau Verein“ möchte er in dieser Angelegenheit nun etwas voranbringen. Eine noch intensivere Koordination in den Bereichen Wasserbau, Infrastruktur und Landwirtschaft soll neue Lösungen ermöglichen.

Der „DV – Donau Verein“ wurde als Privatinitiative mit wissenschaftlicher Betreuung in St. Georgen an der Gusen gegründet. Der Verein verfolge das Ziel, im gesamten deutschsprachigen Donauraum das Bewusstsein zum Thema „Wasser“ zu stärken. Denn, so Naderer: Ein koordiniertes ganzheitliches Sicherheitsmanagement sei derzeit aufgrund zu vieler Wirkungs- und Handlungsfelder oft gar nicht mehr möglich.

Initiative als ganzheitlicher Ansatz

Mit der Initiative „Hochwasser -20%“ und umfassenden Informationen soll gegengesteuert werden, um einen ganzheitlichen Ansatz zu erreichen. „Die Starkregenereignisse der vergangenen Tage zeigen, dass alle Sicherheitsthemen ständig miteinander verschränkt sind und deshalb das Wassermanagement völlig neu konzipiert und auf den Erkenntnissen der jüngeren Vergangenheit geordnet werden muss.“ Selbst im Falle von Trockenheit sei die Lebensmittelsicherheit gefährdet, die Versorgungssicherheit unmittelbar bedroht und die Ereignissicherheit von Dürre sei ohnehin jedem bekannt.

„Wenn wir immer erst nach dem Hochwasser reagieren, ist das Sisyphusarbeit“, sagt Naderer. Die Tatsache, dass auf Grundlage von Bescheiden aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts herumgewurschtelt werde, habe ihn angetrieben, einen zeitgemäßen Zugang zu suchen. „Wir brauchen eine viel großzügigere Betrachtung in der Raumordnung." Leider seien die Mittel aus dem NÖ Landesbudget schon für das Jahr 2016 auf 17 Millionen Euro halbiert worden.

Das Konzept der Initiative „Hochwasser -20%“ sei leicht vermittelbar, von Hausverstand und bodenständigem Wissen getragen. In Oberösterreich habe der Verein bereits in allen Landtagsfraktionen wohlwollende Unterstützung erwirkt. Der Schritt nach Niederösterreich sei logisch und deshalb möchte Naderer hier das Thema als Wasserbotschafter näherbringen. „Wenn Geld knapp ist, kann mehr Problembewusstsein nicht schaden.“