Erstellt am 02. März 2016, 06:14

von Karin Widhalm

Wegen Flüchtlingssituation: BIG stoppt Zollhaus-Verkauf. Bürger sind besorgt. Donnerbauer: Keiner habe ihn bisher kontaktiert.

Hier hätte ein Gesundheitszentrum entstehen können. Die Bundesimmobiliengesellschaft stoppte den Verkauf. Dass daraus ein Flüchtlingsquartier entstehen könnte, davon weiß Bürgermeister Heribert Donnerbauer bisher nichts. Foto: Karin Widhalm  |  NOEN, Karin Widhalm
Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat den Verkauf aller Liegenschaften in Österreich ausgesetzt, davon betroffen ist die Grenzstation in Hardegg. Das berichtete der ORF Niederösterreich. Man wolle „zur Not“ in der Flüchtlingssituation aushelfen können. Die endgültige Entscheidung liege beim Innenministerium.

„Traue mich nicht allein im Wald spazieren zu gehen“

Diese Nachricht besorgt derzeit Bürger in Hardegg, einer Stadt mit 82 Einwohnern. „Ich traue mich dann nicht mehr allein im Wald spazieren zu gehen“, sagt eine Einwohnerin. „Was ist mit der Reha-Station geworden?“, fragt sich ihr Gatte. Die Befürchtungen, dass mit den Flüchtlingen Probleme einhergehen könnten, sind bei einem anderen Bürger groß.

Bürgermeister Heribert Donnerbauer kennt den ORF-Bericht. Aber: „Mit uns hat niemand Kontakt aufgenommen.“ Er hält das Zollhaus und den nachbarschaftlichen Gendarmerieposten nicht ideal für ein Flüchtlingsquartier: „Hardegg ist doch weit vom Schuss.“ Umbau- und Sanierungsarbeiten wären zudem notwendig.

„SeneCura“, ein großer Anbieter für Gesundheitseinrichtungen, wollte dort Österreichs erstes Rehabilitationszentrum für urologische Erkrankungen unterbringen. Die Ruhe, Überschaubarkeit und der Bezug zur Natur werden als vorteilhaft in Hardegg gesehen. „Dieses Ziel bleibt unverändert“, möchte Donnerbauer wieder Kontakt mit der BIG aufnehmen. Dazu müsste man die Gebäude von der Gesellschaft erwerben.