Erstellt am 26. Mai 2016, 05:04

von Jutta Hahslinger

Wegzug: Familie hat von Nachbarn genug. Nach 15-jährigem Kleinkrieg führte ein nicht anspringender Wagen zu einer handfesten Keilerei zwischen zerstrittenen Nachbarn.

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Unsanft durch Motorgeräusche aus dem Schlaf gerissen, springt ein 48-Jähriger aus dem Bett und stürmt zu der vermuteten Lärmquelle: zu seinem verhassten Anrainer. „Ist das notwendig, in der Nacht so einen Wirbel zu machen?“, tat er seinen Unmut kund und versetzte dem Nachbarn (72) einen Stoß, sodass er zu Boden stürzte und mit dem Kopf aufschlug.

Entsetzt über sich selbst habe er dann den Rückzug angetreten, schildert der 48-Jährige sichtlich beschämt vor Gericht. Es habe dann nicht lange gedauert, da wären drei Angehörige des Verletzten in seine Wohnung gestürmt, seine Gattin zur Seite schubsend: „Dann sind sie über mich hergefallen und haben auf mich eingeschlagen“, erinnert sich der Weinviertler.

„Wie kann man einen 72-Jährigen umhauen?“

„Wir waren empört. Wie kann man einen 72-jährigen Mann einfach umhauen“, versucht sich das Rache-Trio zu rechtfertigen. „Das gibt Ihnen noch lange nicht das Recht, in die Nachbarswohnung zu stürmen und zuzuschlagen“, entgegnet Richter Rainer Klebermaß harsch.

Schlussendlich zeigen alle Beteiligten Einsicht und räumen Fehler ein. Für den 48-Jährigen und einen seiner Hauptpeiniger (45) setzt es je 1.000 Euro Geldbuße. „Nach 15 Jahren Streit haben wir nun genug und sind weggezogen. Gescheiter wäre es gewesen, das Haus früher zu verkaufen“, seufzt der 48-Jährige und nimmt die Geldbuße wie sein Kontrahent dankend an.