Erstellt am 05. Februar 2016, 11:13

von Karin Widhalm

Weichen sind gestellt. Rotkreuz-Zubau / Gemeinderat stimmt Kauf- und Baurechtsvertrag zu. Laura Filipsky mahnt: Die Kommunikationspolitik müsse sich ändern. RETZ / Die Gemeinde stellt weitere Weichen für die Erweiterung des Rotkreuz-Hauses.

 |  NOEN, Stefan Obernberger

Die Gemeinde stellt weitere Weichen für die Erweiterung des Rotkreuz-Hauses. Zwei Liegenschaften werden auf einen Baugrund vereint und Retz verkauft diesen Grund an das Rote Kreuz.

Die Abstimmung im Gemeinderat verläuft weitgehend ruhig. „Wir für Retz“ spricht einige Sachfragen an. Leise Kritik äußert Laura Filipsky (Die Grünen).

x  |  NOEN, Archiv

75.000 Euro habe man als Verkaufspreis ausgehandelt, verkündet Bürgermeister Helmut Koch. Dass die 63 öffentlichen Parkplätze in Form einer Garage in Halbetage kostenfrei bestehen bleiben, werde im Vertrag festgehalten. Die Erhaltung obliegt der Gemeinde, die weiterhin beim Projekt einbezogen wird.

Die Waldviertler Siedlungsgenossenschaft kümmert sich um die Errichtung: Das Projekt umfasst auch 28 Wohnungen – eine Hälfte für Jüngere, die andere Hälfte für ältere Menschen. „Das Baurecht soll auf 50 Jahre eingeräumt werden“, erklärt der ÖVP-Gemeindechef.

Gemeinderat Karl Breitenfelder (Wir für Retz) fragt nach, ob die Asphaltfläche bei der Vertragspassage „Entsorgung aller Gegebenheiten am Bauplatz“ ausgenommen sei. „Das kann man noch reinschreiben“, antwortet Koch (Foto unten).

WIR-Stadtrat Günter Hofer erinnert den Bürgermeister, dass man noch an einem Verkehrskonzept für die Busse arbeiten müsse. „Das werden wir im Stadtplanungsausschuss behandeln“, nickt Koch.

Filipsky erkundigt sich, ob der Bedarf am „Betreubaren Wohnen“ gegeben sei. „Ich weiß, das ist nicht unser Problem. Man muss das Projekt trotzdem als langfristiges Großes betrachten.“ Vizebürgermeister Alfred Kliegl: „Die Wohnungen beim Landespflegeheim waren binnen kürzester Zeit vergeben und es gibt jetzt eine lange Liste.“

„Das Projekt ist sehr sensibel zu behandeln“, ist Filipsky jedoch überzeugt. Die Stadt hätte mittlerweile andere Grundstücke, wo diese Wohnform gebaut werden könnte. Die Bevölkerung könne nicht nachvollziehen, warum gerade der Jahnplatz dafür verwendet wird. „Ich glaube, dass man an der Kommunikation arbeiten muss“, schließt die Gemeinderätin.

Kliegl (SPÖ) verweist auf die vorhandenen Synergien: Die Koppelung – nämlich die Erweiterung des Rotkreuz-Hauses mit der Errichtung von betreubarem und jungem Wohnen – öffne mehr Fördertöpfe und helfe der Finanzierung. Der Bürgermeister gibt zu bedenken, dass das Rote Kreuz seit Jahren auf einen Zubau wartet. Die Kommunikationspolitik wurde nicht eingehend diskutiert.


Überblick

  • Das Rote Kreuz braucht Platz: Die NÖN erfuhr das 2012, seitdem wird an dem Umbau getüftelt. Eine Entwurfsidee lag bereits auf dem Tisch. Die Kosten stellten sich jedoch als zu hoch heraus.

  • Der jetzt entschlossen vorgelegte Plan ist der Öffentlichkeit seit 2015 bekannt. Bürger protestierten: Sie fürchteten, dass der gern genutzte Parkplatz verschwinden könnte. Eine öffentliche Garage wird deshalb gebaut.

  • Wo künftig die Busse halten und parken dürfen, wird noch entschieden. Man will außerdem Platz für die Wohnwägen finden.