Erstellt am 04. Dezember 2015, 11:53

von Karin Widhalm

Weinstraße: Retzbach trägt die Mehrkosten. Die Gemeinde steht doch hinter der Beitragsreformierung – und schlägt eine bessere Gewichtung des Stimmrechts vor.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Bürgermeister Manfred Nigl war nicht begeistert von der Reformierung der Mitgliedsbeiträge der Weinstraße Weinviertel West. Für Retzbach wird‘s teurer. Die Entscheidung, ob die Gemeinde bei der Weinstraße bleiben sollte, war aufgeschoben worden. Man traf sich indes mit den 16 Mitgliedsbetrieben.

Rückerstattung für Nahversorger Haas

Diese hätten bekundet, dass sie beim Verband bleiben wollen. Das ist nur möglich, wenn die Gemeinde ebenfalls Mitglied bleibt. Der Gemeinderat stimmte nun einhellig den Mehrkosten von 1.700 Euro pro Jahr zu.

Nigl argumentierte, dass die Weinstraße eine Unterstützung für die Winzer bedeute und die PR-Maßnahmen auch der Gemeinde zugutekämen.

„Wir müssten schauen, dass die Gewichtung des Stimmrechts auch verändert wird“, meinte Gemeinderat Günter Schleinzer. Das sieht Nigl ein. Er möchte eine dahingehende Statutenänderung anregen.

Der Budgetvoranschlag 2016 sieht vor allem Straßen-Erneuerungen (210.000 Euro) und den Musikerheim-Bau vor (100.000 Euro). Nigl erläuterte, dass die Belastungen mehr werden würden. Und: „Wir haben um 32 Einwohner weniger.“ 40.000 Euro weniger würde Retzbach vom Bund erhalten.

Vorerst nicht im Voranschlag fürs neue Haushaltsjahr: Nahversorger Adolf Haas hat ab 2013 Investitionen am Gebäude, das der Gemeinde gehört, vorgenommen. Der Gemeinderat stimmte einer Rückerstattung zu: Die Erneuerung würde bestehen bleiben, auch wenn Haas gehen sollte, so die Erklärung. Die genauen Kosten werde man prüfen und in einem Nachtragsvoranschlag festlegen.


Im Gemeinderat

  • Das Land nahm eine Gebarungseinschau vor und formulierte einige kleinere Empfehlungen im Budgetbereich. „Obwohl’s uns ja nicht schlecht geht finanziell, Einsparungen werden wir weiterhin machen“, resümierte Nigl.

  • Die Gebühren für Wasser und Kanal wurden an den Inflationsindex angepasst (von 2 auf 2,02 Euro pro Kubikmeter). Die Wasserbereitstellungsgebühr beträgt 12,5 Euro pro Kubikmeter.

  • Alle Vereine werden wieder subventioniert, außer: Dorferneuerungsverein Unterretzbach, Jugend Aktiv und In Nomine Instituti. Sie haben nicht auf die schriftliche Einladung reagiert, ihr Förderungsgesuch zu übermitteln.

  • Zwei Verbindungen könnten an der Nordwestbahn zusätzlich eingerichtet werden (die NÖN berichtete). Die Gemeinde stimmte grundsätzlich der Mitfinanzierung (1.660 Euro pro Jahr) zu.