Erstellt am 05. April 2016, 11:44

von Christoph Reiterer

Wie sich die Stadt entwickelt. „Die Grundlage für alle verkehrspolitischen Entscheidungen der nächsten 15 Jahre“, nennt es der Bürgermeister. Kommt Bahnhofsviertel mit 200 Wohnungen?

Verkehrsplaner Werner Rosinak stellte im Dezember 2015 das Verkehrskonzept den Hollabrunnern im Rathaus vor. Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank
Eineinhalb Jahre lang arbeitete das Planungsteam Rosinak, Retter und Prem am Verkehrskonzept für die Bezirkshauptstadt. Jetzt kann das 80-seitige Konvolut auf der Gemeindehomepage heruntergeladen werden. Unter anderem am Radar: ein „Bahnhofsviertel West“ an Stelle des Rübenplatzes samt Niveaufreimachung der Anton Ehrenfriedstraße.

Stadtchef: „Es sind Visionen eingebracht worden“

Wohin mit dem Rübenlagerplatz? Wann und wie kann die Bahnunterführung realisiert werden? Welche Grundstücke sind wann für welche Nutzung verfügbar? Ist die Gesamtidee wirtschaftlich überhaupt tragfähig?

Diese Fragen sollen nun in einem sogenannten Leitbildprozess, getragen von Land, Gemeinde und ÖBB, geklärt werden. Eine Park & Ride-Anlage unmittelbar westlich des Bahnhofs könnte auch vor einer anschließenden Siedlungsentwicklung realisiert werden, meinen die Planer.

„Es sind Visionen eingebracht worden. Das war ja auch der Sinn“, sagt Bürgermeister Erwin Bernreiter dazu. Was die Verbauung des Rübenplatzes betrifft, gibt er sich aber vorsichtig. So etwas könne man nicht über betroffene Köpfe hinweg entscheiden.

Klar sei, dass in der Stadt eine Verdichtung stattfinden soll. „Wo genau das sein wird, ist noch eine andere Geschichte“, so der Stadtchef, der sich jedenfalls gegen einen weiteren Verbau von wertvollem Grund und (Acker-)Boden am Stadtrand ausspricht.

Bündelung von Buslinien und Ausbau des Wegenetzes

Hier haken auch die Planer in ihrem Verkehrskonzept ein: „Hollabrunn wächst. Damit der dadurch entstehende zusätzliche Verkehr bewältigt werden kann, sollen kompakte und dichte, im öffentlichen Verkehr gut erschlossene Strukturen geschaffen ein.“

Das Einfamilienhaus am Stadtrand möge den Wünschen der Bewohner entsprechen – ökologisch, ökonomisch und verkehrlich verträglich sei diese Siedlungsform jedoch nicht.

Kurzfristig, also binnen fünf Jahren, soll der Ausbau eines attraktiven und barrierefreien Wegenetzes ebenso vorangetrieben werden, wie die Bündelung von Buslinien, die Optimierung des Anrufsammeltaxis sowie des Radverkehrsnetzes („Hollabrunn fährt Rad“). Vorhandene Tempo-30-Gebiete sollen auf alle Wohngebiete ausgeweitet werden. Auch über stärker befahrene Straßen hinweg.

Weitere Maßnahmen in der Gschmeidlerstraße

Die Bahnstraße soll zur Begegnungszone werden – mit einem attraktiven Gehweg unter Bäumen, Radverkehr auf der Fahrbahn (Mehrzweckstreifen) und wechselseitiger Parkordnung mit Querungsbereichen für Fußgänger. Damit zusammenhängend soll die Westseite des Hauptplatzes an Attraktivität gewinnen.

Ebenfalls kurzfristig sollen weitere Maßnahmen in der Gschmeidlerstraße greifen, um dem starken und oft zu schnellen Verkehr beizukommen. Nördlich des gerade entstehenden Kreisverkehrs an der Kreuzung mit der Brunnthalgasse seien Fahrbahnverschwenkungen zweckmäßig. Die Znaimerstraße soll als nördlicher Eingang in die Stadt mittelfristig funktionell und gestalterisch aufgewertet werden.

Als „sehr langfristiges Projekt“ wird die Nordostumfahrung gesehen, die in früheren Verkehrsprognosen des Landes bereits enthalten war.

Hier gibt es mehr Infos zum Konzept:

http://www.hollabrunn.gv.at/gemeinden/user/31022/dokumente/verk_VerkehrsKonzept2016.pdf