Erstellt am 12. November 2015, 04:08

von Karin Widhalm

Würdigung für Pfarrer: Europa im Herzen. Pfarrer Jerome Ciceu leistet einen „wichtigen Beitrag für ein menschlicheres Europa“ – und erhält einen neuen Titel.

Pfarrer Jerome Ciceu ist Europäer des Monats November. Foto: Enzmann  |  NOEN, Enzmann

Europe Direct ist das Informationsnetzwerk der Europäischen Kommission für alle Bürger – und ernennt seit einem Jahr Menschen, die den europäischen Gedanken leben, zum Europäer oder zur Europäerin des Jahres. Der November „gehört“ Jerome Ciceu.

Mitbegründer und Obmann „Pulkauer Kreis“

Der 48-jährige Pfarrer stammt aus Rumänien und betreut Pulkau seit 20 Jahren seelsorglich. Er schloss in Iaºi, einer Universitätsstadt im Nordosten Rumäniens, das Studium der katholischen Philosophie und Theologie ab. Derzeit absolviert er das Masterstudium „Interreligiöser Dialog zwischen Juden, Christen und Moslems“ an der Donauuniversität Krems.

Er ist Mitbegründer und Obmann des Vereins „Pulkauer Kreis“, der hinter dem Europahaus steht. Das Gebäude, ein umgebauter Getreidespeicher, ist heute ein Ort der Begegnung für junge Menschen aus ganz Europa.

Sie nehmen in freundschaftlicher Atmosphäre an Jugendaustauschprogrammen teil. „Euro-smile“ steht jährlich unter einem anderen Thema. Die Angehörigen unterschiedlicher Religionen lernen, diskutieren, musizieren, tauschen sich aus und präsentieren ihr Land.

Das war für Europe Direct das Ausschlaggebende für die Ernennung: „Durch dieses friedliche und verständnisvolle Miteinander wird es ermöglicht, Grenzen abzubauen und die historischen, kulturellen, sozialen und religiösen Werte des Alten Kontinents zu akzeptieren, wie sie eben sind“, steht auf der Website. „Diese Jugendbegegnungen tragen dazu bei, diese Stellenwerte zu sichern und allen Europäern nahezubringen.“

Wolfgang Traußnig, der für die Europe-Direct-Infostelle des Landes NÖ verantwortlich ist, war selbst anlässlich eines Vortrages vor Ort – und war begeistert. Er unterhielt sich mit den Jugendlichen: Ihm gefiel ihr Umgang miteinander.

„Diese Menschen kehren dann gleichsam als Botschafter dieses Geistes der Toleranz wieder in ihre Heimat zurück“, erklärt Traußnig. „Pfarrer Jerome leistet damit einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für ein noch menschlicheres Europa, basierend auf den Werten des christlichen Glaubens.“