Erstellt am 11. Februar 2016, 05:43

von Sandra Frank

Würstelstand: Wer zahlt das letzte Bier?. Im Würstelstand wurde gestänkert, ein Mann verletzt. Wie es dazu kam, da gingen die Meinungen von Opfer, Angeklagtem und Zeugen stark auseinander. Freispruch.

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Zwischen Gast und Wirt kam es zu einem Streit wegen eines nicht bezahlten Bieres. Diese Auseinandersetzung endete für die Beteiligten im Gerichtssaal von Erhard Neubauer, für das Opfer (37) mit Verletzungen.

„Bin durch die Tür hinausgefallen“

„Der Wirt wollte, dass ich zwei Bier‘ bezahle, obwohl nur noch eines offen war“, sagte der geschasste Würstelstand-Gast im Zeugenstand.

„Es kam zu einer Streiterei, er hat mich gepackt – wie genau, weiß ich nicht mehr –, gegen den Kühlschrank gedrückt und dann bin ich durch die Tür hinausgefallen“, beschuldigt der 37-Jährige den Wirt, schuld an seinen Verletzungen, Abschürfungen am Arm und einem Rippenbruch zu sein. Er sei danach zu seinem Pkw gegangen und habe die Polizei gerufen. Den Würstelstand habe er nicht mehr betreten.

Dieser Version des Opfers widerspricht nicht nur der angeklagte Wirt, auch drei weitere Zeugen haben den Vorfall anders in Erinnerung: Es habe einen Streit darüber gegeben, wie viele Biere noch zu bezahlen sind.

„Er kommt zweimal im Jahr und stänkert“

„Ich hab ihn aus dem Lokal befördert“, gibt der 45-jährige Wirt zu, den Guntersdorfer bei der Tür „hinausgeschoben“ zu haben. Doch das Opfer sei rasch zurückgekommen, gestolpert und gegen den Getränkekühlschrank geprallt. Danach sei der Mann hinausgegangen und zur Polizei gefahren.

Die Zeugen sind sich einig, dass der 37-Jährige alkoholisiert gewesen sei. „Ich hab’ nur drei Bier getrunken und bin auch nicht mit dem Auto gefahren“, beteuert das Opfer.

„Er kommt zweimal im Jahr und stänkert“, beschreibt der Wirt den 37-Jährigen. Das bestätigen auch die Zeugen: „Er ist ein unruhiger Typ … Er war schon betrunken und hat gestänkert.“

Die Verhandlung endete mit einem Freispruch für den Wirt. „Die Geschichten sind sehr konträr und die drei Zeugen sind sich einig“, erklärte Richter Neubauer sein Urteil.