Hollabrunn

Update am 21. Oktober 2016, 12:52

von Christoph Reiterer

HAK Hollabrunn: Polit-Eklat oder Missverständnis?. Große Aufregung herrscht derzeit rund um eine Aussage zur Präsidentenstichwahl, die eine Lehrerin der HAK/HAS Hollabrunn im Unterricht getätigt haben soll.

HAK Hollabrunn  |  NOEN, NÖN

„Wird Hofer gewählt, kommt der 3. Weltkrieg“, wird sie in der Gratistageszeitung „Heute“ zitiert. Dem Landesschulrat liegt bereits eine Sachverhaltsdarstellung der Pädagogin vor. „Wenn es so war, hat das weitreichende dienstrechtliche Konsequenzen. Wenn nicht, wird man das entsprechend richtigstellen müssen“, sagt Fritz Lengauer, Sprecher von Landesschulratspräsident Johann Heuras.

Die Aussagen zu der Causa seien jedenfalls widersprüchlich und bis dato nicht verifiziert, so Lengauer. Am Montag wird die zuständige Landesinspektorin in die Schule kommen, um mit betroffenen Schülern und der Lehrerin zu sprechen. Jeder soll seine Sicht der Dinge darstellen. In ihrer schriftlichen Darstellung erklärt die Pädagogin jedenfalls, warum das erwähnte Zitat aus dem Zusammenhang gerissen worden sei.

"Jede Partei wird bei uns gleich behandelt"

Direktorin Andrea Filz

HAK/HAS-Direktorin Andrea Filz verweist auf die Sachverhaltsdarstellung, die auch der NÖN vorliegt. Sie könne nicht nachvollziehen, was da vorgefallen sei und betont: „Jede Partei wird bei uns wirklich gleich behandelt und das wird auch in Zukunft so sein.“ Etwas anders sieht das FPÖ-Bezirkschef Christian Lausch: „Ich orte da schon eine Ausgrenzung.“ Er habe von der Schule als Nationalratsabgeordneter noch nie eine Einladung erhalten.

Von gut ausgebildeten Pädagogen erwarte er sich jedenfalls, ihre persönliche Einstellung aus der politischen Bildung herauszuhalten. „Bei der Präsidentenstichwahl treten zwei demokratisch legitimierte Kandidaten an.“ Er habe auch schon einige Mails von anderen Schulen bekommen, aus denen hervorgehe, dass Beeinflussungen von Schülern österreichweit stattfinden würden.

"Verlange lückenlose Aufklärung"

FPÖ-Bezirkschef Christian Lausch

Für die Hollabrunner Pädagogin gelte selbstverständlich die Unschuldsvermutung, so Lausch. „Wenn es so war, dann ist das generell zu verurteilen. Dann verlange ich lückenlose Aufklärung und Konsequenzen. So etwas ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Schlechtmachen eines Menschen, der das nicht verdient hat.“

Er möchte jetzt auch nicht als wehleidig dastehen, so der Freiheitliche. „Ich würde es auch verurteilen, wenn es gegen Van der Bellen gerichtet wäre.“