Erstellt am 23. Dezember 2015, 04:03

von Karin Widhalm

Zusatz-Züge: Baier will Kostenteilung. Ein „Ja“ zu mehr Bahn mit einem Aber: Pendler-Gemeinden sollen Finanzierung mittragen.

 |  NOEN, Wodicka

Lücken im ÖBB-Fahrplan könnten ab dem Dezember 2016 behoben werden, wenn eines eintritt: Die Gemeinden, die mit ihren Bahnhöfen entlang der Nordwestbahn liegen, sollen die zusätzlichen Zugverbindungen finanzieren.

Der Neun-Uhr-Zug ab Wien wäre nicht mehr der letzte vor dem Nightliner und am Wochenende wäre saisonweise eine Möglichkeit mehr zum Bahnfahren da

„Das muss die Gemeinde erst einmal aufbringen“

14.940 Euro pro Jahr würde Zellerndorf nach ersten Berechnungen zahlen müssen. Das nahm Bürgermeister Markus Baier (ÖVP) die Luft weg: „Das ist extrem viel Geld.“

SPÖ-Gemeinderat Günter Schieder warf ein: „Das ist eher der obere Rand.“ Er war bei der Verhandlung mit VOR, ÖBB, dem Land und den Gemeinden dabei. Die Finanzierung würde zudem gefördert werden.

„Landtagsabgeordneter Richard Hogl ist ganz erpicht darauf. Er braucht von uns einen Beistand“, plädierte er für ein „Ja“ des Gemeinderates. Beschlüsse in Retz und Retzbach wurden schon getroffen.

„Wir wollen unseren Pendlern sicher helfen“, spricht Baier das nicht ab. „Aber das muss die Gemeinde einmal aufbringen.“ Er will die Gemeinden, deren Pendler den Zellerndorfer Bahnhof aufsuchen, auf eine Mitfinanzierung ansprechen.

Das würde etwa Pulkau oder Röschitz betreffen. Eine „faire Aufteilung“ sagt auch Gemeinderat Herbert Schneider (WIR) zu.

Der Gemeinderat stimmte dem Grundsatzbeschluss einhellig zu. Die Kostenfrage solle aber noch geklärt werden.


Gemeinderats-Splitter:

  • Der Tagesordnungspunkt, der die Park & Ride-Anlage behandeln sollte, wurde abgesetzt. Man warte darauf, dass ein Rechtsanwalt die Unterlagen prüfen kann.

  • Der Sicherheitsausschuss warf die Frage aus: Gibt’s noch Möglichkeiten für die Errichtung von Windrädern? Das Land NÖ verneint in einem Schreiben: In den nächsten fünf Jahren sei keine sektorale Änderung des Raumordnungsplanes angedacht. Das Ziel, 100 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbarer Energie zu gewinnen, könne seit November erreicht werden.

  • Karl Binder bedankte sich schriftlich beim Gemeinderat für die gewährte Subvention, die einen Ankauf neuer Hemden, Weinviertler Gelees und Hüte für die Dorfmusik Platt ermöglichte.