Erstellt am 13. Januar 2016, 03:58

von Thomas Weikertschläger

1.153 Horner ohne Job. Da Angebot an Arbeitskräften stark steigt, schafft kleines Wirtschaftswachstum nicht genug Arbeitsplätze.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Die weiterhin schwächelnde Konjunktur sorgt auch am Horner Arbeitsmarkt für weiter anhaltende Spannung. Ende Dezember 2015 waren bei der AMS Geschäftsstelle Horn 1.153 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind um 80 Personen (7,5 Prozent) mehr als im Dezember 2014.

Auch wenn damit saisonal bedingt der Höchststand des Jahres 2015 erreicht wurde, ist damit zumindest im Vergleich zu den Monaten Oktober (+186) und November (+132) eine Abschwächung des Zuwachses zu verzeichnen.

x  |  NOEN, AMS, Grafik: Gastegger


Ein weiteres positives Zeichen sieht AMS-Geschäftsstellenleiter Ferdinand Schopp im Angebot offener Stellen: „Da zeigen sich seit einem halben Jahr positive Anzeichen für die Belebung der Konjunktur.“

So seien sowohl beim Bestand (+40 Prozent) als auch bei den Zugängen (+54,8 Prozent) deutliche Steigerungen gegenüber dem Jahr 2015 zu verzeichnen. Insgesamt gibt es derzeit 95 offene Stellen im Bezirk Horn, von denen 28 sofort verfügbar sind.

Auch für 2016 keine Entspannung in Sicht

Als Erklärung, warum trotz des seit Frühjahr 2014 leichten Wirtschaftswachstum die Zahl der Arbeitslosen weiter steigt, führt Schopp das vergrößerte Angebot an Arbeitskräften an. „Die Unternehmen konnten aber das verfügbare Personalangebot nicht voll abrufen. Es gibt zwar ein leichtes Plus bei den Beschäftigtenzahlen, aber auch einen Anstieg bei der Arbeitslosigkeit.“ Durchschnittlich waren im Jahr 2015 896 Personen ohne Anstellung, das sind um 70 mehr als noch 2014.

Eine wesentliche Entspannung erwartet Schopp in einem ersten Ausblick auch für 2016 nicht: „Das Angebot an Arbeitskräften wird weiter deutlich zunehmen.“ Das Arbeitsjahr für das AMS werde daher herausfordernd. 2016 sollen 800 freie Stellen und Lehrstellen mit passenden Arbeitskräften besetzt werden, einen besonderen Schwerpunkt will man dabei auf Personen über 45 richten. Hier will man über 400 Personen zurück ins Berufsleben bringen.

Außerdem will man besonders bei Langzeitarbeitslosen im „Haupterwerbsalter“ (bis 45) ansetzen, hier sollen 30 Personen „nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Damit meinen wir, dass sie mindestens 62 Tage durchgehend in einem Dienstverhältnis stehen“, so Schopp. Auch für Frauen, die familiär bedingt eine Erwerbspause einlegen mussten, sollen maßgeschneiderte Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote geschnürt werden.