Erstellt am 17. Dezember 2015, 11:48

Alle Fahrgäste profitieren. Einfacher Zustieg | Autobusunternehmen Pichelbauer (Zwettl) setzt auf Busse mit niedrigem Einstieg und einer Rampe für Rollstuhlfahrer als Lösung für einen barrierefreien Linienverkehr.

Geschäftsführer Christian Pichelbauer zeigt die Rollstuhl-Rampe vor.  |  NOEN, Michael Schwab
Entgeltliche Kooperation: Die WKO NÖ und die NÖN präsentieren barrierefreie Unternehmen in Niederösterreichs.

Barrierefreie Wirtschaft: Teil 3

Das Zwettler Autobusunternehmen Pichelbauer Reisen passt seine Linienbusflotte sukzessive an die Erfordernisse für einen barrierefreien Zugang an.

„Es gibt zwei Optionen, zum einen sogenannte Low-Entry-Busse mit einem niedrigen Einstieg ohne Stufen, und zum anderen Hochboden-Busse mit einem Lift“, erklärt Geschäftsführer Christian Pichelbauer. Er sieht die Zukunft im Linienverkehr vor allem im Low-Entry-Bus, der mittels einer ausklappbaren Rampe Personen im Rollstuhl einen einfachen und schnellen Zugang bietet.

„Im Gegenzug zu einem Lift gibt es hier aufgrund der technischen Einfachheit auch keine Probleme im täglichen Betrieb. Lifte sind, wenn sie nur sporadisch benutzt werden, anfälliger für Störungen. Daher stellen wir unsere Linienflotte auf Low-Entry-Busse um, drei haben wir schon, ein vierter kommt im Jänner. Die letzten Hochboden-Busse haben wir schon so bestellt, dass sie für einen Lift vorbereitet sind. Sonst ist die Nachrüstung äußerst schwierig“, führt Pichelbauer aus.

Von einem tiefen Einstieg profitieren außerdem alle Fahrgäste. „Vor allem für Radfahrer und Leute mit Kinderwägen und ältere Leute, die sich mit dem Stufensteigen schwertun, bieten diese Busse eine erhebliche Erleichterung“, ist Pichelbauer überzeugt. Der einzige Nachteil sei, dass die Low-Entry-Busse weniger Bodenfreiheit aufweisen als herkömmliche Hochbodenbusse.

„Die Lenker müssen hier vor allem im Winter besser auf gefrorene Schneehaufen achtgeben“, weiß Pichelbauer. Durch die Schaffung von Rollstuhl-Stellplätzen an Bord ergibt sich außerdem ein leichter Verlust an Sitzplätzen. „Es ist hier im Linienverkehr ein Umdenken nötig, dass ein Linienbus möglichst viele Sitze haben muss. Im Normalfall fallen aber nur vier weg“, meint Pichelbauer.

Firmeninfos

Pichelbauer Reisen
GesmbH & Co KG

Rudmanns 135, 3910 Zwettl
02822/52650
www.autobusreisen.at


Wussten Sie schon?

Was heißt Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude, Geschäfte, Verkehrsmittel, Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und IT-Systeme von Menschen mit Behinderungen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe benutzt werden können.

Warum Barrierefreiheit?

Damit Menschen mit Behinderung
nicht diskriminiert werden („Diskriminierungs-Schutz“). Die zehnjährigen Übergangsbestimmungen des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes laufen mit 31. 12. 2015 aus. Ab 1. 1. 2016 müssen alle Betriebe barrierefrei sein, sofern die Beseitigung der Barrieren zumutbar ist.

Wer muss barrierefrei sein?

Das Behindertengleichstellungsrecht gilt für alle Unternehmen,
die Güter und Dienstleistungen anbieten, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dazu zählen Banken, Handelsbetriebe, Hotels, Gastronomiebetriebe, Busunternehmer, Reisebüros, Kinos, Friseure und viele mehr.
 


Mehr Infos:  wko.at/noe/barrierefreiheit