Erstellt am 16. März 2016, 05:14

von Rupert Kornell

Allegro Vivo sucht „Neue Horizonte“. 38. Kammermusikfestival in Horn stellt ab dem 5. August Musik des Doppelkontinents Amerika in den Mittelpunkt.

Einen Bogen von der europäischen zur amerikanischen Musik spannten bei der Allegro Vivo-Programmpräsentation im Bösendorfer Stadtsaal in Wien die Künstler Wolfgang Pfistermüller (rechts), Michaela Reingruber (Mitte) und Thomas Fheodoroff (Zweiter von links) mit einer Händel-Bearbeitung auf Einladung von Geschäftsführer Nikolaus Straka (links) und Festival-Gründer und -Leiter Bijan Khadem-Missagh. Foto: Rupert Kornell  |  NOEN, Rupert Kornell

„Vor 25 Jahren hat unsere Reise im Fernen Osten begonnen und über die Seidenstraße bis nach Europa geführt, heuer ist Amerika, die Neue Welt, unser Ziel und die Vollendung“, skizzierte Bijan Khadem-Missagh den Schwerpunkt des diesjährigen Festivals Allegro Vivo.

Der Gründer und Leiter des mittlerweile 38. Kammermusikfestivals, das seinen Schwerpunkt im Kunsthaus Horn hat, bespielt auch heuer wieder 30 Orte im Waldviertel mit 50 Konzerten. Er philosophierte bei der Programmpräsentation im Bösendorfer Stadtsalon in Wien über die derzeitige Situation in Europa und der Welt und die Kraft der Musik: „Die Welt ist aus dem Gleichgewicht, Menschen vieler Kulturen sind auf der Suche. Die Musik hat die Antwort, sie nimmt uns die Angst und eröffnet neue Horizonte.“

Und „Neue Horizonte“ ist auch das Thema des Festivals 2016, bei dem dem großen Erbe der europäischen Musik jenes des Doppelkontinents jenseits des Atlantiks gegenübersteht.

An die 400 Teilnehmer bei Sommerakademie

Wie der Maestro ging auch Allegro Vivo-Geschäftsführer Nikolaus Straka auf die zweite Säule des Festivals ein, nämlich die Sommerakademie mit fast 400 Teilnehmern aus allen Teilen der Welt, die als die größte ihrer Art in ganz Europa gilt. Er nannte die Integration von Asylwerbern, die auch heuer wieder zu Konzerten eingeladen werden, und die Bildung der Jugend („Einsparungen im Bildungsbereich schädigen unser kulturelles Erbe!“) als enorm wichtige Anliegen.

Bezirkshauptmann Johannes Kranner dankte Khadem-Missagh und seinem Team für ihre wertvolle Arbeit: „Kultur hat in Niederösterreich und im Bezirk Horn einen sehr hohen Stellenwert, Allegro Vivo ist ein ganz wichtiger Teil davon. Wir schätzen uns glücklich, dieses Festival hier haben zu dürfen.“

Als Höhepunkte bezeichnete der Maestro das Eröffnungskonzert im Stift Altenburg mit dem „Concerto in D“, das der Russe Igor Strawinsky in den USA komponiert hat, dem „Adagio“ Samuel Barbers, einem Konzertstück des Wettbewerb-Siegers Alejandro del Valle-Lattanzios aus Kolumbien und „Amerikanisches“ von Antonin Dworak, das Galakonzert im Kunsthaus-Hof mit Werken Leonard Bernsteins und George Gershwins sowie den Abschluss (wieder in Altenburg) mit Philip Glass aus den USA, Astor Piazolla aus Argentinien – und Mozarts „Jupiter-Sinfonie“.

Einen Vorgeschmack auf die Verbindung europäischer mit amerikanischer Musik gaben Michaela Reingruber (Sopransaxophon), Thomas Fheodoroff (Violine) und Wolfgang Pfistermüller (Bassposaune) mit Georg Friedrich Händel im Original und einer amerikanisierten, jazzigen Version.

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