Erstellt am 30. April 2017, 05:22

von Eduard Reininger

Heer eröffnet Chancen im Waldviertel. Neue Unteroffiziers-Ausbildung: Armee ist „sicherer Arbeitgeber“ und sucht noch zusätzliche Kräfte für In- und Auslandseinsätze.

Die neue Kaderanwärterausbildung absolvieren David Lintner, Göpfritz, und Daniel Glaser, Heidenreichstein (von links), beim Aufklärungs- und Artilleriebataillon 4 (AAB4) in der Liechtenstein-Kaserne in Allentsteig.  |  NOEN, Fotos: Eduard Reininger

Umstrukturiert wurde die Ausbildung der Unteroffiziere beim Aufklärungs- und Artilleriebataillon 4 (AAB4) in Allentsteig, zu dem auch die Radetzkykaserne Horn gehört. Bataillonskommandant Reinhard Lemp präsentierte die Neuerung und betonte, „dass es Sinn macht, sich für eine Karriere beim Heer zu entscheiden“.

Die „Ausbildung neu“ erfolgt in drei Abschnitten, wobei sie in Zukunft durchgehend in 18 Monaten absolviert wird. Danach mustern die Absolventen mit dem Dienstgrad Wachtmeister aus. „In Arbeitsgruppen wurden neue Ausbildungs- und Stundenpläne erarbeitet“, so Lemp. Durch natürliche Abgänge wie Pensionierungen und die neuen Herausforderungen an das Heer bestehe ein hoher Bedarf an jungen Unteroffizieren. Bataillons-Chef Lemp: „Bestens ausgebildet und didaktisch geschult arbeiten Unteroffiziere in vielen Funktionen und auch als Fachkräfte, beispielsweise im Wirtschafts-, Nachschub- und Kraftfahrwesen oder in der Heeresverwaltung.“ Das Heer sei, so der AAB4-Chef, „auch in Zukunft ein sicherer Arbeitgeber“.

„Es macht gerade heute durchaus Sinn, sich für eine Karriere beim Bundesheer zu entscheiden.“ Oberstleutnant Reinhard Lemp, Kommandant des AAB4

Die Radetzkykaserne bleibt als wesentlicher Ausbildungsstandort des AAB4 erhalten, die Kaderpräsenzkräfte in Horn werden von 60 auf 89 Soldaten erhöht. Kaderpräsenzkräfte in Allentsteig werden neu aufgestellt – voraussichtlich werden hier bis zu 80 Personen gebraucht. Hochwertige technische Aufklärungskomponenten (Drohnen, Bodenüberwachungsradar) werden in Horn und Allentsteig stationiert. Lemp stellte auch „einen hohen Bedarf an einem jungen Ausbildungskader zur Bewältigung von Einsätzen im In- und Ausland, insbesondere zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung und zur Stabilisierung bei Krisen und Konflikten“ fest.

40 Gruppenkommandanten – Aufklärer, Artilleristen, Fernmelder und 20 Fachdienste (Mechaniker, Sanitäter, Wirtschaftsdienst, Fahrlehrer, …) – werden gesucht. Das Anfangsgehalt nach abgeschlossener Unteroffiziersausbildung (Dienstgrad: Wachtmeister) beträgt ca. 2.000 Euro brutto (ohne Mehrdienstleistungen oder Einsatzzulagen). Egal, wo die Soldaten zum Einsatz kommen, so Lemp: „Von Unteroffizieren wird Engagement, Flexibilität, Mobilität und Professionalität gefordert.“

Dank der hervorragenden Ausbildung des Kaders erhielt das AAB4 zahlreiche Auszeichnungen, etwa als „Einheit des Jahres“ (2013, 2014 und 2016) sowie für außergewöhnliche Katastrophenhilfe und Assistenzeinsätze im In und Ausland.